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Aktuell

Minergie: Checkliste Luftdichtheit überabeitet

In Zusammenarbeit mit Vertretern des Thermografie-Verband Schweiz (TheCH) wurde die alte Checkliste Luftdichtheit überarbeitet und erweitert. Jetzt werden die relevanten Themen zur Luftdichtheit während allen Phasen (Bedarfsabklärung, Vorprojekt, Projekt, Ausschreibung, Ausführung) im Bauprozess angesprochen. Es wird auf die Normen verwiesen und mit gezielten Fragen werden die Beteiligten darauf hingewiesen, was in jedem Bauabschnitt zu beachten resp. zu tun ist.

Die Checkliste soll die Verständigung und Verantwortlichkeit zwischen den Planenden, Ausführenden und Messenden verbessern. Die deutsche Version kann von der Minergie-Website heruntergeladen werden. Die französische und Italienische Version folgen.

 

Fachtagung eco-bau und NNBS 2015:
Nachhaltige Transformation von Arealen und Gebäuden

Dieses Jahr konnte Friederike Pfromm, Präsidentin des Vereins eco-bau und Stadtbaumeisterin Luzern, rund 230 Teilnehmer an der Fachtagung begrüssen. Sie fand am Donnerstag, 26. März,  im Toni-Areal Zürich statt und wurde erstmals zusammen mit dem Netzwerk Nachhaltiges Bauen Schweiz (NNBS) organisiert. Thema der Tagung war die nachhaltige Transformation von Arealen und Gebäuden. Das kürzlich in Betrieb genommene Toni-Areal diente als Beispiel und Kulisse.

Eröffnet wurden die Referate des Vormittags mit der Keynote von Angelus Eisinger. Er ist Direktor der Regionalplanung Zürich und war von 2008 bis 2013 Professor für Geschichte und Kultur der Metropole an der HafenCity Universität Hamburg. Eisinger stellte fest, dass man bei der Entwicklung von Arealen rasch an die Grenzen des klassischen Nachhaltigkeitsdreiecks komme (Gesellschaft-Wirtschaft-Umwelt). Er plädierte für ein behutsames und bedachtes Überführen solcher Flächen – ein Tabula-rasa-Ansatz sei hier fehl am Platz. Zudem empfahl er bei solchen Projekten auch ungewöhnliche Allianzen einzugehen. Wie verschiedene Beispiele in Europa gezeigt hätten, führten sie oft zu tragfähigen Lösungen. Man solle sich indessen aber bezüglich des Beitrags von Arealen zur Stadtentwicklung keine Illusionen machen. Die Zeit der grossen Umnutzungen neige sich langsam dem Ende zu – schlicht, weil es nur noch wenige solcher Standorte gebe. „Nachhaltigkeit muss von nun an im Bestand geschaffen werden“, diktierte er den Teilnehmenden ins Notizheft.

Anspruchsgruppen früh einbinden

Monika Klingele, bei der Stadt Zürich für das Gebietsmanagement Zürich-West zuständig, zeigte die Entwicklung des Quartiers Zürich-West, in dem sich auch das Toni-Areal befindet. Die Transformation eines solch grossen Industriequartiers (100 ha) könne nicht von der Stadt alleine getragen werden. Es sei wichtig, die relevanten Anspruchsgruppen sehr früh in den Prozess einzubinden, weil die Einflussmöglichkeiten für alle Beteiligten mit fortschreitender Projektdauer bekanntlich exponentiell abnehmen. Bis heute wurden in Zürich-West 40 Projekte von Privaten realisiert. Die Stadt hat 63 Mio. Franken in die Infrastruktur investiert. Der ursprünglich ausgehandelte Wohnanteil von 20 – 30 Prozent werde heute aufgrund der Marktverhältnisse deutlich überschritten.

Einen Überblick über Transformationsprozesse in anderen Schweizer Städten gab Peter Jakob von Bauart Architekten. Auch er nahm die Forderung nach angemessener Wiederverwertung des Bestandes auf und plädierte für einen „klugen Mix aus Alt und Neu“. Wie das umgesetzt werden kann, zeigte er anhand des SBB-Industriewerks Olten, des Bahnhofareals Wettingen und des Quartiers Ecopark Neuenburg. Areale, so Jakob, würden nicht nachhaltig, indem man dort bloss nachhaltige Gebäude hineinstellt. Nachhaltigkeit werde erst durch geeignete städtebauliche Massnahmen erreicht. Und auch das reiche auf lange Sicht nicht, wenn es nicht gelinge, einen geeigneten Nutzungsmix zu erreichen, der das Quartier mit Leben erfüllt.

Armin Isler liess die Geschichte des Toni-Areals über die letzten 90 Jahre Revue passieren. Er hat dessen Transformation als Vertreter der früheren Eigentümerin, der Zürcher Kantonalbank, begleitet. Anhand seines Referats wurde deutlich, dass die Entwicklung eines solch grossen Areals (rund zwei Fussballfelder) lange dauern und verschlungene Pfade nehme kann. Im vorliegenden Fall dauerte sie gut 15 Jahre und führte über vielfältige Zwischennutzungen und einen Studienauftrag mit 12 beteiligten Büros.

Zwischenräume richtig nutzen

Andreas Binkert von Nüesch Development präsentierte im Vergleich dazu die Entwicklung des Dreispitz-Areals Basel. Dort habe man den Fokus statt auf Einzelbauten auf den Zwischenraum gelegt. Der ist wichtig für Kommunikation, Spiel, Sport, Ruhe und Entspannung – dafür also, dass ein Quartier lebt. Die Qualität der Zwischenräume gelte es optimal zu lösen im Spannungsfeld zwischen Dichte, Mobilität und den Bauten. Dabei gebe es aber keine optimale Dichte, an der man sich orientieren könne. Sie hängt ab von der Kultur, dem sozialen Umfeld und müsse gemeinsam mit den Anspruchsgruppen gefunden werden. Dass der Mensch nicht per se ein Freund der Verdichtung sei, zeige sich etwa daran, dass bei einer Studie 46 Prozent der Befragten angaben, nur aus finanziellen Gründen noch nicht in einem Einfamilienhaus zu wohnen. Gar 71 Prozent gaben an, dass sie gerne am Stadtrand wohnen würden. „Verdichtung braucht Peripherie, die viel Grünraum hat“, fasste er diese Erkenntnis zusammen. Die Fragen rund um die Mobilität, die sich daraus ergeben, seien für die nachhaltige Transformation von Arealen nicht so problematisch, wie gemeinhin angenommen.

Auch Christof Zollinger, von EM2N Architekten nahm den Gedanken von der Wichtigkeit der Zwischenräume auf. Er zeigte, wie die damals europaweit grösste Milchfabrik in die heutige Kultur- und Denkfabrik überführt wurde. Und er zeigte, welche Gedanken seitens der Architekten dahinter standen. Zentral war etwa, dass man die Fussgänger auf der Strasse abholen und ins Gebäude führen wollte. Das äussert sich heute etwa an der riesigen Eingangshalle, die sich quer durch das Gebäude zieht und als halböffentlicher Ort für Aktivitäten und Anlässe dient.

Vom Segen der Langsamkeit

Dass die Transformation grosser Industriestandorte von der Langsamkeit des Prozesses profitieren kann, zeigte Andreas Siegenthaler von Implenia. Diese Langsamkeit führte beim Sulzer-Areal in Winterthur zu hoher Diversität. Allerdings war sie nicht beabsichtigt, sondern ein Resultat der ökonomischen Rahmenbedingungen. Ein zentraler Punkt bei der Entwicklung dieses Areal, ist das sogenannte Altstadtprinzip. Damit meint er, dass Gebäude und Zwischenräume gleich wichtig sein sollen. Das impliziert aber auch das Konzept des Weiterbauens am Areal. Es soll sich entwickeln können, wie dies eine Altstadt im günstigsten Fall auch tut. Zwischennutzungen sind wichtig und richtig, das habe sich in Winterthur gezeigt. Zudem habe man mittlerweile erkannt, dass die Bandbreiten beim Festlegen der möglichen Nutzungen möglichst gross sein sollten. So könne auf verändernde wirtschaftliche und soziale Rahmenbedingungen reagiert werden.

Martin Hitz, Präsident NNBS, fasste die Referate zusammen und gab einen Ausblick auf die Dinge, die kommen werden. Und er freute darüber, dass man heute mit einer Tagung zur nachhaltigen Arealentwicklung einen 200-plätzingen Konzertsaal füllen kann. Vor 20 Jahren noch hätte sich hierzu wohl im besten Fall ein Arbeitsgrüppchen mit von 20 Mitgliedern finden lassen.

Am Nachmittag wurden die Themen des Vormittags in drei Workshops vertieft. Dort ging es um die „Erfolgsfaktoren für Quartiere in Transformation“, um den „Beitrag von 2000-Wastt-Arealen zur Energiewende“ und um „Transformationsprozesse von Gebäuden“. Sehr beliebt waren die Exkursionen, die einen tieferen Blick ins Innere des Areals gewährten.

Die Präsentationen stehen zum Herunterladen bereit.

 

Watt d'Or für zwei Minergie-Eco-zertifizierte Jugendherbegen

Die beiden jüngsten Häuser der Schweizer Jugendherbergen, das WellnessHostel4000 in Saas-Fee und die Jugendherberge Gstaad-Saanenland, wurden vom Bundesamt für Energie (BFE) mit dem Watt d’Or ausgezeichnet. Damit wird auch die Nachhaltigkeitsphilosophie der Schweizer Jugendherbergen honoriert. Die beiden Jugendherbergen wurden von der Jury aus 65 Bewerbungen in der Kategorie «Gebäude und Raum» ausgewählt.

Einer von zwei Beherbergungsbetrieben mit Minergie-P-Eco

Die Jugendherberge Gstaad Saanenland von der Berner Bürgi Schärer Architektur und Planung AG interpretiert das klassische Saanenländer Chalet neu. Sie zeigt, wie Nachhaltigkeit als zentrale Vorgabe der Bauherrin auf allen Ebenen konkret umgesetzt wird. Neben der 2012 gebauten Jugendherberge Interlaken ist sie der einzige Beherbergungsbetrieb der Schweiz, der den MINERGIE-P-ECO-Standard erfüllt. Das Energiekonzept basiert auf einer optimierten Gebäudehülle mit Holzfassade und passiven Solargewinnen, ergänzt mit erneuerbarer Energie aus dem holzbefeuerten Fernwärmenetz.

Erster fünfgeschossiger Holzbau in der Schweizer Beherbergung

Das WellnessHostel4000 mit dem angegliederten Aqua Allalin von der Basler Steinmann & Schmid Architekten AG BSA SIA mit eigenem Wellness- und Fitnessbereich eine Weltneuheit. Möglich wurde das Projekt durch eine in den Alpen seltene Public/Private-Partnerschaft mit der Burgergemeinde Saas-Fee.

Das neue Hostel vereint Aspekte der Nachhaltigkeit und des alpinen Bauens. Als erster fünfgeschossiger Holzbau der Schweiz im Bereich Beherbergung setzt es neue Massstäbe und es erfüllt den MINERGIE-ECO-Standard. Der Energiebedarf der Anlage, inklusive Wellness und Schwimmbad, wird von einem neu erstellten solarthermischen Nahwärmeverbund gedeckt. Rund ein Drittel des Strombedarfs des Hostels wird von der eigenen Photovoltaik produziert. (Bilder: Jugendherbergen Schweiz)

 

 

 

 

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