Eco-BKP 2019


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Material/Prozess Vorgaben Hinweise/Quellen

Eco-BKP 230: Elektroanlagen

 

Allgemeines

 

Energieverbrauch

Der Elektrizitätsverbrauch für Beleuchtung, Lüftung, Klima und diverse Technik ist im Rahmen des Energiekonzepts zu optimieren. Die Erfassung, Beurteilung und Optimierung erfolgt nach SIA-Norm 380/4 bzw. 387/4 (Beleuchtung).

Für die energetische Beurteilung nach SIA-Norm 380/4 stehen diverse Hilfsmittel bereit.

Eigenproduktion und -verbrauch

Bei Sanierungen sind die Möglichkeiten der Eigenproduktion und des Eigenverbrauchs abzuklären. Falls die wirtschaftliche, technische und rechtliche Machbarkeit gegeben ist, die Eignung (Besonnung) gut ist und eine zusammenhängende, nutzbare Dachfläche ausreichender Grösse vorhanden ist, ist eine Anlage zur Eigenproduktion zu realisieren.

Bei Neubauten gelten die Anforderungen der MuKEn 2014 (10 W/m2 Energiebezugsfläche).
Der Eigenverbrauch ist mit geeigneten Mitteln zu optimieren (z.B. Steuerung der hauptsächlichen Verbraucher, Ladung von Wärmespeichern, Batterie).
GIS mit Angabe zur Eignung der Dach- und Fassadenflächen:

Energie-Monitoring

Für Objekte mit mehr als 2000m2 Energiebezugsfläche ist ein Messkonzept mit Auflistung der vorgesehenen Messstellen und Darstellung in einem Schema oder Plan zu erstellen.
Die Messung hat pro Nutzungseinheit gemäss Verrechnung durch den Energielieferant zu erfolgen. Falls Raumheizung, Wassererwärmung oder Kühlung mit Elektrizität erfolgen, so sind diese jeweils separat zu messen. Gebäudeeigene Elektrizitätsproduktion (PV, Wärme-Kraft-Kopplung) ist ebenfalls separat zu messen.
Es sollten Tages-Verbrauchsprofile abgebildet werden können und ein Vergleich mit Vorjahreswerten möglich sein. Die Messdaten sollten als Monats- und Jahresdaten ausgewiesen, grafisch dargestellt und den Gebäudebenutzenden in anonymisierter Form zugänglich gemacht werden.

Die Vorgaben basieren auf den Minergie-Anforderungen an das Energie-Monitoring (Produktereglement, Anhang C).

Aufzugsanlagen

Standard-Personenaufzüge: Energieeffizienzklasse A.
Hohe Gebäude mit mehreren Aufzugsanlagen: Ausstattung mit intelligenter Zielwahlsteuerung und Energierekuperation.

Die Einstufung erfolgt gemäss EN ISO 25745 "Energieeffizienz von Aufzügen, Fahrtreppen und Fahrsteigen ".
Die Entlüftungsöffnung des Aufzugsschachts sollte mit motorisch angetriebener, thermostatgesteurter Klappe versehen sein.

Beleuchtung

Der Elektrizitätsverbrauch der Beleuchtung hat den Anforderungen von MINERGIE zu entsprechen.

Anforderung Minergie: Mittelwert zwischen Grenz- und Zielwert gemäss SIA-Norm 387/4.

Lichtemissionen

Die Vorgaben der SIA-Norm 491 sind bei der Planung und dem Bau von Beleuchtungsanlagen zu berücksichtigen.

Lichtemissionen haben negative Effekte auf Natur und Umwelt.

Leitungsführung

Elektroleitungen (Hauptleitungen und Horizontalverteilungen) sind so zu führen, dass sie leicht zugänglich und kontrollierbar sind.

Die Niederspannungs-Installationsnorm NIN legt die Anforderungen an sichere Installationen fest.

Material und Geräte

 

Drähte und Kabel

Isolation und/oder Ummantelung von Elektrodrähten und -kabeln aus halogenfreiem Kunststoff.

Halogenhaltige Materialien sind z.B. PVC, Fluorkunststoffe („Teflon“ etc.) oder andere Kunststoffe, welche halogenierte Flammschutzmittel enthalten.

Minergie-Eco Vorgabe M4.050

Rohre, Kanäle, Sicherungs- u. Apparatekästen

Produkte aus halogenfreiem Kunststoff oder aus Metall.

Beschichtungen von Metallteilen müssen ebenfalls halogenfrei sein.

Minergie-Eco Vorgabe M4.050

Lampen, Leuchten

MINERGIE-zertifizierte Leuchten oder Leuchten, welche eine Lichtausbeute gemäss SIA-Norm 387/4 (Tabelle 3) erreichen.
Der Farbwiedergabeindex (Ra bzw. CRI) der Leuchtmittel hat einen Wert von ≥90 zu erreichen.

Der Farbwiedergabeindex der Leuchtmittel hat einen spürbaren Einfluss auf das Wohlbefinden und die Sehleistung der Nutzenden.
Liste zertifizierter Leuchten:

Kühl- und Gefriergeräte

Geräte mit Energieetikette Klasse A+++ und HFKW-freiem Kältemittel.

Seit August 2014 müssen neue Kühl- und Gefriergeräte mindestens der Energieeffizienzklasse A++ entsprechen.
Minergie-P und Minergie-A fordern den Einsatz von A+++ Geräten. Listen:

Waschmaschinen

1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A+++, Schleuderwirkung A und Warmwasseranschluss.

2. Priorität: Geräte mit Engergieetikette Klasse A++, Schleuderwirkung A und Warmwasseranschluss.

Warmwasseranschlüsse sind nur sinnvoll, wenn die Warmwasserproduktion mittels erneuerbarer Energie erfolgt.
Mit den drei Klassen (z.B. A+++AB) werden Energieeffizienz, Wasserverbrauch und Schleuderwirkung bewertet.
Seit August 2014 müssen neue Waschmaschinen mindestens der Energieeffizienzklasse A+ entsprechen.
Minergie-P und Minergie-A fordern den Einsatz von A+++ Geräten. Listen:

Wäschetrockner

1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A+++

2. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A++

Natürliche Trocknung bevorzugen.
Seit Januar 2015 müssen neue Wäschetrockner mindestens der Energieeffizienzklasse A+ entsprechen.
Minergie-P und Minergie-A fordern den Einsatz von A+++ Geräten. Listen:

Raumluft-Wäschetrockner

Geräte, welche auf der Topten-Liste aufgeführt sind.

Minergie-P und Minergie-A fordern den Einsatz von Bestgeräten. Listen:

Verbrauchsabhängige Kostenabrechnung in der Waschküche

1. Priorität: Card-Systeme.

2. Priorität: Zählerumschaltung mit Kodierschlüssel (nur für stromverbrauchsabhängige Belastung).

Elektromagnetische Felder

 

NIS-Zonenplan

Ein NIS-Zonenplan mit der entsprechenden Raumzuordnung nach Nutzungszonen (A, B) wird für das ganze Gebäude erstellt.

Als Nutzungszonen A gelten Orte, an denen sich vorwiegend Nutzer aufhalten, die als besonders empfindlich eingestuft werden (z.B. Kinderkrippen, -horte, -gärten und -spielplätze, Schulzimmer, Schlafzimmer, Bettenzimmer). Als Nutzungszonen B gelten Räume, in denen sich Personen regelmässig während längerer Zeit aufhalten.

Minergie-Eco Vorgabe I4.010

Hauptleitungen

Die Führung der Hauptleitungen (inkl. Trassen) und Steigzonen sowie die Anordnung von Verteilanlagen und Racks für Starkstrominstallationen erfolgt nicht in Räumen der Nutzungszonen A oder B.

Ein grosser Abstand zu Hauptleitungen und Steigzonen vermindert die Belastung der Gebäudebenutzenden mit nicht ionisierender Strahlung.

Minergie-Eco Vorgabe I4.020

Verlegung von Leitungen

Die Verlegung von Leitungen erfolgt in Räumen der Nutzungszonen A in Form von Rundkabeln (keine einzelnen Drähte, keine Flachbandkabel).

Bei Rundkabeln nimmt das Magnetfeld mit dem Abstand wesentlich stärker ab als bei einzelnen Drähten oder Flachbandkabeln.

Minergie-Eco Vorgabe I4.030

Antennen für Inhouse-Kommunikation

Ortsfeste Sendeantennen für die drahtlose Inhouse-Kommunikation sind entweder nicht in Räumen der Nutzungszonen A bzw. B installiert oder es wird mittels Berechnung bzw. Simulation aufgezeigt, dass eine andere Anordnung der Antennen zu einer tieferen Strahlungsbelastung der Gebäudenutzenden führt.

Die Belastung an nicht ionisierender Strahlung nimmt mit dem Abstand deutlich ab.
Unter die Inhouse-Kommunikation fallen z.B. WLAN-, DECT- oder GSM/HSPA/LTE-Anlagen.

Minergie-Eco Vorgabe I4.040

Verwertung / Entsorgung

 

Drähte und Kabel

Zuführung an Spezialfirmen (Kabelrecyclingwerke).

Kühl- und Gefriergeräte

Fachgerechter Ausbau und Verwertung nach dem Konzept der S.EN.S (Stiftung Entsorgung Schweiz) oder Rückgabe an den Fachhandel.

Ältere Kühl- und Gefriergeräte enthalten umweltbelastende Stoffe (FCKW, HFCKW, FKW, chromathaltiges Öl u.a.). Die Rückgabe ist für Endverbraucher kostenlos.

Übrige Elektro-Haushaltgeräte, Entladungs- und Stromsparlampen, Telekommunikations-einrichtungen

Rückgabe an Hersteller, Importeur, Händler oder an eine öffentliche Sammelstelle zur fachgerechten Verwertung nach VREG: kleine Mengen an Zulieferfirma bzw. Fachhandel zurückgeben, grössere Mengen separat sammeln und Spezialfirma übergeben.

Entladungslampen sind z.B. Leuchtstoffröhren od. Metalldampflampen. Batterien und Akkus gelten als Sonderabfall. Die Rückgabe ist für Endverbraucher kostenlos.

Asbesthaltige Elektro-speicherheizgeräte

Demontage asbesthaltiger Elektro-Speicheröfen nur durch Fachpersonen, die bezüglich des Umgangs mit asbesthaltigen Öfen von der SUVA anerkannt wurden.

Elektro-Speicheröfen bis 1977 und einzelne Fabrikate bis 1984 enthalten asbesthaltige Teile.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Schadstoffhaltige Bauteile (Asbestleichtbauplatten, Asbestzementplatten und -formteile, PCB-haltige Bauteile).

Kücheneinrichtungen

Haushaltküchen, Apparate (Backöfen, Geschirrspüler, Dunstabzugshauben, Kaffeemaschinen)

Gartenarbeiten

Begrenzung der Lichtemissionen im Aussenraum

Eco-BKP 240: Heizungsanlagen

 

Allgemeines

 

Leitungsführung

Zugängliche und kontrollierbare Heizleitungsführung (nach Möglichkeit offene Leitungsführung).

Bei gut gedämmten Fassaden und Fenstern können Heizkörper an Innenwänden platziert werden, was die Horizontalverteilungen wesentlich reduziert und die offene Leitungsführung erleichtert.

Minergie-Eco Vorgaben G3.010, G3.020

Leitungen, Heizkörper

 

Heizleitungen

Metallverbundrohre (PE/Alu/PE) oder Stahlrohre, mit Klemm-, Steck-, Press- oder Schweissverbindungen.

In Anlehnung an:

Leitungs- und Apparatedämmung (405.01)

1. Priorität: Mineralwolle.

2. Priorität: Synthetischer Kautschuk halogenfrei, PIR halogenfrei.

Für Leitungen, Kanäle und Behälter sind die aktuellen kantonalen Vorschriften zu beachten.
Verklebung von Kunststoffschäumen mit Selbstklebeband oder wasserverdünnbarem Kleber.

Minergie-Eco Vorgabe M4.050

Ummantelung

Falls Ummantelung erforderlich: Drahtgeflecht, Alu/PET-Verbundfolie, Alu-Folie stucco-geprägt.

Bei Leitungen, die hinter Verkleidungen geführt werden, ist auf eine Ummantelung zu verzichten.

Beschichtungssysteme für Rohre und Heizkörper (405.02)

1. Priorität: Werkseitige Beschichtung.

2. Priorität: Beschichtung auf der Baustelle ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbar.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Wasser für Heizungsinstallationen

Heizungsinstallationen mit Wasser befüllen, das den Anforderungen der SWKI-Richtlinie BT102-01 entspricht.

Wärmeerzeugung und -verteilung

 

Wärmeerzeuger für Raumwärme und Warmwasser

Anlagen, welche ausschliesslich auf erneuerbaren Energieträgern basieren (Umweltwärme, Sonne, Holz, Fernwärme aus erneuerbaren Energieträgern, Strom aus erneuerbarer Produktion).

Wärmerzeuger müssen ohne Reserven dimensioniert werden.
Wärmeerzeugungsanlagen auf Basis nicht erneuerbarer Energie nur zur Spitzenlastabdeckung und Redundanz einsetzen.
Informationen zu Holzfeuerungen, Solarkollektoren, Wärmepumpen:

Umwälzpumpen

Umwälzpumpen sind exakt zu dimensionieren. Es ist dasjenige Produkt zu wählen, das den besten Wirkungsgrad hat.
Es sind Pumpen mit Energieeffizienzklasse A oder Inlinepumpen mit Motor IE ≥4 einzusetzen. In Pumpenkreisen mit variablem Volumenstrom sind drehzahlregulierte Pumpen einzubauen.
Beim Ersatz von bestehenden Umwälzpumpen ist die „Dimensionierungshilfe Umwälzpumpen“ aus der „Leistungsgarantie Haustechnik“ von EnergieSchweiz zu berücksichtigen.

Mehr Informationen zum Thema energieeffiziente Pumpen:

Arbeitsmittel von Wärmepumpen

Natürliche Arbeitsmittel (CO2, Ammoniak, Wasser; Ethan, Propan, Isobutan, Propen) oder teilhalogenierte Fluor-Olefine (HFO).

Chlorhaltige teilhalogenierte Arbeitsmittel (HFCKW) dürfen nicht mehr hergestellt und in Anlagen nachgefüllt werden. Chlorfreie teilhalogenierte Arbeitsmittel (FKW, HFKW) sind bei Neuanlagen, Umbauten und Erweiterungen verboten.

Montagearbeiten

 

Abdichten bzw. Dämmen von Durchführungen und Hohlräumen

Seiden- oder Mineralfaserzopf, Rundschnur aus Schaumstoff.

nicht empfohlen: Montage- und Füllschäume.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.010

Verwertung/Entsorgung

 

Kältemaschinen und Wärmepumpen mit halogenierten Kältemitteln

Absaugen der Kältemittel (FCKW, HFCKW, FKW, HFKW etc.) durch spezialisierte Firma oder Entsorgungsstelle.

Halogenierte Kältemittel sind klimaschädlich und/oder Ozonschicht zerstörend.

Ausmauerung Heizkessel

Entsorgung als Sonderabfall nach VeVA.

Heizöltanks

Nach vollständigem Absaugen des Heizöls in Auffanggefässe: Weiterverwendung des Tanks für Wasserhaltung auf Baustellen oder Verwertung im Baustoffhandel (Tank nicht im Boden belassen).

Vor Verwendung von Tanks zur Wasserhaltung müssen diese gründlich gereinigt werden.

Heizkörper

Thermostate demontieren und gesondert behandeln.

Thermostate können Sonderabfall wie z.B. Quecksilber enthalten.

Wasser mit chemischen Zusätzen aus der Entleerung von Heizungsinstallationen

Von der Art der Zusätze abhängige Behandlung des Wassers gemäss den kantonalen Richtlinien.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Schadstoffhaltige Bauteile (asbesthaltige Rohre, Asbestleichtbauplatten, Wärmepumpen etc.); Entsorgung von Dämmungen und Installationsmaterial.

Montagebau in Metall

Korrosionsschutzbehandlungen von Stahlkonstruktionen.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen).

Lüftungs-und Klimaanlagen

Dämmungen von Kälteleitungen.

Innere Oberflächenbehandlung

Abdeckarbeiten, Beschichtungen auf mineralische Baustoffe, Holz und Metall.

Eco-BKP 244: Lüftungs- und Klimaanlagen

 

Allgemeines

 

Energiebedarf

Der Energiebedarf für Lüftung, Klima und diverse Technik ist im Rahmen des Energiekonzepts zu optimieren. Erfassung, Beurteilung und Optimierung erfolgen nach SIA-Norm 382/1 bzw. SIA-Norm 382/2 (für klimatisierte Gebäude).

Für die Beurteilung nach SIA-Norm 382/1 bzw. SIA-Norm 382/2 stehen diverse Hilfsmittel bereit.
Liste mit deklarierten Komfortlüftungsgeräten:

Lüftungskonzept

Lüftungskonzept nach SIA-Norm 180, in dem nachzuweisen ist, dass die Lufterneuerung und die Raumluftqualität auch bei einer dichten Gebäudehülle sichergestellt werden kann.
Die Anforderungen der SIA-Norm 382/1 bzw. SIA-Merkblatt 2023 (Wohnbauten) sind bei mechanisch belüfteten Gebäuden zu berücksichtigen.

Leitungsführung

Zugängliche, kontrollierbare Leitungsführung für Zu- und Abluftanlagen (nach Möglichkeit offene Leitungsführung).
Die Oberflächen luftführender Bauteile sind reinigungsfreundlich auszuführen.
Aussenluftansaugöffnungen sind so zu platzieren, dass möglichst keine negative Beeinflussung der Ansaugluft durch lokale Emissionsquellen (Fortluft, Rauchgase, Geruchsquellen, verkehrsreiche Strassen, Radon etc.) erfolgt.

Um kein Radon anzusaugen, darf die Aussenluft nicht aus dem Erdreich oder aus Bodennähe angesogen werden. Die Anlage ist so zu konzipieren, dass gegenüber unbeheizten Räumen kein Unterdruck erzeugt wird.
Flexible Rohrmaterialien haben eine glatte Innenhaut (Liner) aufzuweisen, da sie ansonsten nicht ausreichend gereinigt werden können.

Minergie-Eco Vorgaben G3.010, G3.020

Luftfeuchtigkeit

Auf eine aktive Befeuchtung ist bei Wohn- und Bürogebäuden zu verzichten. Die Vermeidung zu tiefer Luftfeuchtigkeit im Winter kann mittels Feuchteübertragung im Wärmetauscher, bedarfsabhängiger Luftvolumenregelung (CO2- oder Mischgassensoren, Drehzahlregulierung Ventilator) oder Reduktion der Luftmengen im Winter erfolgen.

Gemäss SIA-Norm 382/1 darf im Winter der Aussenluft-Volumenstrom um bis zu 50% reduziert werden.
Zimmerpflanzen besitzen ebenfalls einen positiven Einfluss auf die Luftfeuchtigkeit.

Minergie-Eco Vorgabe I1.020

Klima-Kälte

Die passive Kühlung mit erneuerbaren Energien (Freecooling, adiabatische Kühlung, Nachtauskühlung, passive Systeme mit Grundwasser oder Erdsonden) sind dem Betrieb mit Kältemaschinen vorzuziehen. Für die Dimensionierung der Anlage ist der effektive maximale Bedarf (unter realistischen Annahmen für die Gleichzeitigkeit) massgebend. Anfallende Abwärme ist möglichst vollständig zu nutzen.

Arbeitsmittel von Kältemaschinen

Natürliche Kältemittel (CO2, Ammoniak, Wasser; Ethan, Propan, Isobutan, Propen) oder teilhalogenierte Fluor-Olefine (HFO).

Chlorhaltige teilhalogenierte Arbeitsmittel (HFCKW) dürfen nicht mehr hergestellt und in Anlagen nachgefüllt werden. Chlorfreie teilhalogenierte Arbeitsmittel (FKW, HFKW) sind bei Neuanlagen, Umbauten und Erweiterungen ab bestimmten Kälteleistungen verboten.

Luftfilter

Luftfilter der Energieeffizienzklasse A+ oder A mit Holzrahmen.

Energieeffiziente Luftfilter brauchen in der Regel etwas mehr Platz.
Liste mit zertifizierten Luftfiltern:

Hygiene im Bauprozess

Die luftführenden Oberflächen (Inneres von Luftkanälen oder Rohren, Schalldämpfer, Lüftungsgeräte, Luftklappen, Luftdurchlässe etc.) der Lüftungsinstallationen müssen auf der Baustelle vor Verschmutzung und Nässe geschützt werden (Versiegelung mit Folie, Abdecken mit Matten etc.). Die Lüftungsanlage darf erst nach Abschluss der Baureinigung in Betrieb genommen werden.

Abnahme

Vor Bezug des Gebäudes hat nach der Einregulierung, einer Hygieneerstinspektion und einer allfälligen Erstreinigung eine Abnahme der Anlage zu erfolgen.

Minergie-Eco Vorgabe I1.040

Hygiene im Betrieb

Lüftungs- und Klimaanlagen sind regelmässig zu warten und zu reinigen. Dabei sind die entsprechenden Vorgaben aus der SWKI-Richtlinie VA104-01 zu beachten. Inspektion und Wartung erfolgen durch qualifiziertes Personal.

Minergie-Eco Vorgabe I1.010

Leitungen, Kanäle

 

Dämmung von Leitungen, Kanälen und Apparaten (Lüftungsanlagen)

Dämmmaterialien aus Mineralwolle.

Dämmstärken gemäss den kantonalen Bestimmungen oder grösser. Verklebung von kaschierten Mineralwollmatten mit Selbstklebeband.

Dämmung von Leitungen und Apparaten (Kälteanlagen)

Dämmmaterialien aus halogenfreien Kunststoffschäumen.

Dämmstärken gemäss den kantonalen Bestimmungen oder grösser. Verklebung von Kunststoffschäumen mit Selbstklebeband oder wasserverdünnbarem Kleber.

Minergie-Eco Vorgabe M4.050

Ummantelung

Falls Ummantelung erforderlich: Drahtgeflecht, Alu/PET-Verbundfolie, Alu-Folie stucco-geprägt.

Bei Leitungen, die hinter Verkleidungen geführt werden, ist auf eine Ummantelung zu verzichten.

Verwertung/Entsorgung

 

Luftbehandlungs-Apparate und Klimageräte

Fachgerechte Verwertung nach VREG.

Luftfilter

Filtermedium: Verbrennung in KVA; Rahmen aus Kunststoff, Karton oder Holz: Verbrennung in KVA; Rahmen aus Metall: Metallrecycling.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Schadstoffhaltige Bauteile (asbesthaltige Rohre, Asbestleichtbauplatten).

Montagebau in Metall

Vorbehandlungen (Korrosionsschutz).

Heizungsanlagen

Arbeitsmittel von Wärmepumpen, Verwertung/Entsorgung von Kältemaschinen.

Eco-BKP 250: Sanitäranlagen

 

Allgemeines

 

Verwendung von Regenwasser

Im Rahmen eines Konzepts zum Umgang mit Regenwasser ist die Grauwassernutzung (Gewerbliche Nutzung, WC-Spülung, Bewässerung etc.) zu prüfen.

Minergie-Eco Vorgabe G5.010

Wassersparkonzept

Bei Sanitärapparaten und Aulaufarmaturen sind Produkte zu wählen, welche einen effizienten Wassereinsatz ermöglichen.

Armaturen: WELL-Label oder Sanitärdatenbank
WC-Spülsysteme und Urinale: WELL-Label
Stark frequentierte Anlagen: Armaturen mit Annäherungs-Automatik oder Zeitsteuerung (Duschen)
Gewerbliche Küchen, Wäschereien: Armaturen mit "Energy" oder "ecototal-inside" Label, Geräte mit "Energy Star" Label.

Minergie-Eco Vorgabe G5.010

Leitungsführung

Zugängliche und kontrollierbare Leitungsführung (nach Möglichkeit offene Leitungsführung).

Minergie-Eco Vorgaben G3.010, G3.020

Legionellen

In Gebäuden mit mittlerem und hohem Risiko (gemäss SIA-Norm 385/1, 3.1) muss das Trinkwasser, das bei einer Temperatur von 25°C bis 50°C während mehr als 24 Stunden nicht genutzt wird, während einer Stunde auf mehr als 60°C erwärmt werden können. In Gebäuden mit geringem Risiko wird dies nur empfohlen.
Die Warmwasserversorgung ist so auszulegen, dass 60°C am Ausgang des Wassererwärmers, 55°C in den warm gehaltenen Leitungen und 50°C an den Entnahmestellen erreicht werden können.
Warmwasserbehälter müssen regelmässig gereinigt und entkalkt werden. Sie haben dafür geeignete Öffnungen aufzuweisen.
Kaltwasserleitungen sind so zu installieren und zu dämmen, dass eine Kaltwassertemperatur von höchstens 20°C erreicht wird.
Im Warmwasserverteilsystem darf keine unbenutzte Leitung vorhanden sein, die mit Wasser gefüllt ist. Selten benutzte Entnahmestellen müssen regelmässig gespült werden.

Mittleres Risiko: Spitäler ohne Intensivstation, Alters-, Kranken- und Pflegeheime, Kindergärten und –Krippen, Schulhäuser mit Turnhalle, Hallenbäder, Heime und Gefängnisse;
Geringes Risiko: Kantinen, Schulhäuser, Wohn- und Bürogebäude (ohne EFH's).
Bei Kaltwasserleitungen ist eine Erwärmung durch parallel laufende Warmwasser- oder Heizungsleitungen zu vermeiden.
Unbenutzte Leitungen entstehen vor allem bei der nachträglichen Stilllegung von Entnahmestellen.

Minergie-Eco Vorgabe I2.010

Wasserqualität, Trinkwasserhygiene

Wasserqualität ermitteln (pH-Wert, Wasserhärte, Chlorid- und Sulfatgehalt u.a.) als Entscheidungsgrundlage zur Material- und Systemwahl der Trinkwasserrohre.
Um die Hygiene zu gewährleisten, ist die Installation so zu planen und zu betreiben, dass Stagnation vermieden wird und das Trinkwasser regelmässig erneuert wird (z.B. mit Hygienespülungen).

Rohre aus Kupfer oder verzinktem Stahl können Schwermetalle an das Trink- bzw. Abwasser abgeben.

Auslegung Warmwasseranlage

Die Auslegung und die Ausstosszeiten der Warmwasseranlage entsprechen den Anforderungen der SIA-Norm 385/2.

Neuinstallationen

 

Versorgungsleitungen (426.01)

Leitungen mit Klemm-, Steck-, Press- oder Schweissverbindungen.
Hausanschlüsse: Polyethylenrohre (PE)
Kellerverteilung/Steigleitungen: nichtrostende Stähle, Metallverbundrohre (PE/Alu/PE), Polybuten (PB) mit Tragschale.
Stockwerksverteilung:

1. Priorität: Polybuten (PB), Polypropylen (PP).

2. Priorität: vernetztes Polyethylen (PE-X), Metallverbundrohre (PE/Alu/PE), nichtrostende Stähle (CNS).

Kunststoffrohre dürfen keine gesundheits- und umweltrelevanten Bestandteile enthalten. Dies lässt sich anhand der Eco-Produkteliste oder dem SIA-Deklarationsraster überprüfen.

Entsorgungsleitungen (427.01)

1. Priorität: Polypropylen PP.

2. Priorität: Polyethylen PE, nichtrostende Stähle (Spezialanwendungen).

Kunststoffrohre und Rohre aus nichtrostendem Stahl benötigen gegenüber Gussrohren deutlich weniger Herstellungsenergie.
Spezialanwendungen sind z.B. Laborbau (korrosive Abwässer).
Kunststoffrohre dürfen keine gesundheits- und umweltrelevanten Bestandteile enthalten. Dies lässt sich anhand der Eco-Produkteliste oder dem SIA-Deklarationsraster überprüfen.

Schallgedämmte Entsorgungsleitungen (427.02)

1. Priorität: Polypropylen PP mineralstoffverstärkt.

2. Priorität: Polyethylen PE mineralstoffverstärkt.

nicht empfohlen: Bleihaltige Schalldämm-Matten.

Für vertikale Entsorgungsleitungen über 3 m Länge sind schalldämmende Materialien (z.B. PE-Silent) und körperschalldämmende Befestigungen zu wählen.
Kunststoffrohre dürfen keine gesundheits- und umweltrelevanten Bestandteile enthalten. Dies lässt sich anhand der Eco-Produkteliste oder dem SIA-Deklarationsraster überprüfen.
Bleihaltige Materialien sind für Mensch und Umwelt toxisch.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.030

Schalldämmung von Armaturen und Apparaten

Alle fest montierten Sanitärapparate werden mit Schallschutz-Sets befestigt. Die Auslaufarmaturen entsprechen der Geräuschklasse 1.

Installationen ausserhalb der Zonen für den ständigen Aufenthalt von Menschen und frei aufgestellte Geräte fallen nicht unter diese Vorgabe.

Minergie-Eco Vorgabe S3.020

Dämmung von Sanitärinstallationen (Wärme, Schwitzwasser und Schall)

Warmwasser-Installationen: Mineralwolle oder halogenfreie Kunststoffschäume.
Kaltwasser-Installationen: Halogenfreie Kunstoffschäume.
Entsorgungsleitungen: Halogenfreie Kunststoffschäume.

nicht empfohlen: Bleihaltige Schalldämm-Matten.

Bei der Dimensionierung sind die kantonalen Wärmedämmvorschriften zu beachten. Zur Verklebung sind Kleber ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Kleber zu verwenden.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.030

Ummantelung

Alufolie gitternetzverstärkt, Alufolie stucco-geprägt oder Alu/PET-Folie.

Ummantelung ist nur in regelmässig genutzten Räumen erforderlich.

Armaturen und Apparate

Waschtischarmaturen mit der Energieetikette Klasse A oder WELL-Label Klasse A, Duscharmaturen und Brausen mit der Energieetikette Klasse A oder B oder WELL-Label Klasse A oder B.
Stark frequentierte Anlagen: Waschtischarmaturen mit Annäherungs-Automatik und Stromverbrauch <0.3 W, zeitgesteuerte Duscharmaturen.

Minergie-Eco Vorgabe G5.010

Die Energieetikette bewertet den Energieverbrauch, das WELL-Label zusätzlich den Komfort.
Listen wassersparender Armaturen und Duschbrausen:

WC- und Urinal-Spülsysteme

WC-Spülsysteme mit WELL-Label Klasse A oder 2-Mengen-Spülung (Spülmenge gross: 6 Liter, Spülmenge klein: max. 3 Liter).
Wasserlose Urinalanlagen, 1-Liter-Urinale oder Urinal-Spülsysteme mit WELL-Label Klasse A.

Minergie-Eco Vorgabe G5.010

Bei Inbetriebnahme von WC-Spülsystemen ist das Spülventil auf die korrekte Spülmenge einzustellen.

Badewannen- und Duschentassenträger

Systeme bzw. Produkte ohne Verwendung von Montageschaum.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.010

Sanierung

 

Verrostete Trinkwasserleitungen

Aufputzleitungen: Rohre auswechseln.
Unterputzleitungen: Spezialfirma für Entrostung und Beschichtung beauftragen.

Verkalkte Trinkwasserleitungen

Zuerst genau prüfen, wo es Kalkablagerungen gibt, evtl. an einer Stelle die Rohrleitung auftrennen. Falls die Leitungen wirklich entkalkt werden müssen: unbedingt Spezialfirma beauftragen. Siebe, Boiler etc. sind mit üblichem Haushaltentkalker zu behandeln.

Bei unsachgemässer Behandlung kann das Leitungsmaterial beschädigt werden.

Montage, Abdeckarbeiten

 

Abdichten bzw. Dämmen von Durchführungen und Hohlräumen

Seiden- oder Mineralfaserzopf, Rundschnur aus Schaumstoff.

nicht empfohlen: Montage- und Füllschäume.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.010

Abdichten mit Fugendichtungsmasse

Im Innenraum: Produkte mit Emicode EC1 bzw. EC1plus Label, Kennzeichnung eco-1 bzw. eco-2 oder Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte.
Im Trockenbereich: Produkte ohne Fungizide.

nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte.

Neutral vernetzende Silikonharz-Produkte können bei der Aushärtung stark gesundheitsgefährdende Substanzen abspalten.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Verwertung/Entsorgung

 

Metallverbundrohre

Verwertung über Baustoffhandel.

Kunststoffrohre

Verwertung von sauberem Material durch kunststoffverarbeitende Betriebe.

Liste der Kunststoffrecycling-Betriebe:

Waschbecken, Badewannen, Duschen, Toiletten

1. Priorität: Wiederverwendung über Bauteilbörse.

2. Priorität: Keramik: Inertstoffdeponie; Metalle: Verwertung via Baustoffhandel; Kunststoff: Verbrennung in KVA.

Wassererwärmer

Ohne Trennung auf der Baustelle: fachgerechte Verwertung nach VREG (keine Rücknahmepflicht durch Hersteller, Importeure oder Händler); sonst: Entsorgung von Dämmstoff und Metallteilen siehe oben.

Feuerlöschgeräte und -anlagen mit Halon

Spezialentsorgung oder Verwertung durch Herstell- bzw. Lieferfirma.

Halon ist ein Gas, welches zum Ozonschichtabbau und zum Treibhauseffekt beiträgt.

Reste von Entrostern und Frostschutzmitteln

Falls Sonderabfall (produkteabhängig): Entsorgung gemäss VeVA; ansonsten Entsorgung gemäss den kantonalen Richtlinien.

Bleifolien

Verwertung über Baustoffhandel.

Elektronische Komponenten

Fachgerechte Entsorgung nach VREG (keine Rücknahmepflicht durch Hersteller, Importeure oder Händler)

z.B. elektronische Steuerungen von WC-Anlagen, Urinalen, Waschtischarmaturen, Duschen etc.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen).

Elektroanlagen

Haushaltgeräte (Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen, Wäschetrockner etc.).

Kücheneinrichtungen

Küchenmöbel, Haushaltgeräte (Backöfen, Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Dunstabzugshauben, Kaffeemaschinen)

Schreinerarbeiten

Küchenmöbel: Schränke, Flächenbeläge.

Eco-BKP 258: Kücheneinrichtungen

 

Holz und Holzwerkstoffe

 

Holzauswahl

Holz bzw. Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit FSC-/PEFC-Zertifikat, Herkunftszeichen Schweizer Holz HSH oder gleichwertigem Label.

nicht empfohlen: Hölzer bzw. Holzprodukte aussereuropäischer Herkunft ohne FSC-, PEFC- oder gleichwertiges Label.

Als europäische Länder gelten die EU- und EFTA-Mitgliedsstaaten.
Kontrolle der Vorgaben mittels auftragsbezogener Zertifikate und Lieferscheinen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.040

Formaldehyd-Emissionen

Einsatz von Holzwerkstoffen mit formaldehydfreier Verleimung, mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,02 ppm oder mit allseitig aufgebrachter diffusionsdichter Beschichtung.
An exponierten Stellen mit erhöhten Temperaturwerten und im Feucht-/Nassbereich formaldehydfrei verleimte Platten oder Platten mit diffusionsdichter Beschichtung verwenden (mit Eignung für den entsprechenden Anwendungsbereich).

nicht empfohlen: Holzwerkstoffe mit einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration >0,03 ppm.

Detaillierte Anwendungsempfehlungen und geeignete Produkte sind in der Lignum-Liste aufgeführt.
Formaldehydfreie Leimsysteme sind PMDI, PU/PUR und PVAc. Formaldehydhaltige Leimsysteme sind UF, MUF, und PF.
Eine Belegung oder Beschichtung der Oberfläche vermindert die Formaldehyd-Emissionen. Geeignet sind z.B. Melaminharzfolien oder CPL/HPL-Platten.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Furnierleime, Klebstoffe für die Belegung

Es sind formaldehydfreie Klebstoffe (z.B. Produkte auf Basis von PVAc) zu verwenden.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Haushaltküchen

 

Küchenmöbel (625.01)

1. Priorität: 1- oder 3-Schicht-Massivholzplatte geölt.

2. Priorität: Spanplatte, Multiplexplatte geölt.

Möbel aus Stahlblech beinhalten deutlich mehr Graue Energie als die empfohlenen Varianten.
Oberflächenbehandlungen ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbar.

Arbeitsplatten (625.03)

1. Priorität: 1- oder 3-Schicht-Massivholzplatte geölt, Multiplexplatte geölt, Spanplatte mit Schichtpressstoffplatten/HPL belegt, Keramikplatte.

2. Priorität: Chromnickelstahlblech auf Spanplatte.

Arbeitsplatten aus Kompositwerkstoff (z.B. Corian) oder aus Naturstein beinhalten wesentlich mehr Graue Energie als die empfohlenen Varianten.
Oberflächenbehandlungen ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbar.
Natursteine: europäische Herkunft oder mit Fair Stone, Xertifix oder gleichwertigem Nachweis.

Wandbekleidungen (625.04)

1. Priorität: Keramikplatte, Glasplatte.

2. Priorität: Chromnickelstahlblech auf Spanplatte.

Wandbekleidungen aus Kompositwerkstoff (z.B. Corian) oder aus Naturstein beinhalten wesentlich mehr Graue Energie als die empfohlenen Varianten.
Natursteine: europäische Herkunft oder mit Fair Stone, Xertifix oder gleichwertigem Nachweis.

Oberflächen

Spanplatten: melaminharzbeschichtet, kunstharzbeschichtet oder furniert.
Vorlacke, Decklacke, Lasuren oder Öle mit Umwelt-Etikette Kategorie A oder B.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Apparate und Armaturen

 

Backöfen

Geräte mit Energieetikette Klasse A.

Seit Januar 2015 müssen neue Backöfen mindestens der Energieeffizienzklasse A entsprechen.
Informationen zur Energieetikette und
Liste energieeffizienter Geräte:

Kühl- und Gefriergeräte

Geräte mit Energieetikette Klasse A+++ und HFKW-freiem Kältemittel.

Seit August 2014 müssen neue Kühl- und Gefriergeräte mindestens der Energieeffizienzklasse A++ entsprechen.
Minergie-P und Minergie-A fordern den Einsatz von A+++ Geräten. Listen:

Geschirrspüler

1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A+++, Trocknungswirkung A und Warmwasseranschluss.

2. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A++, Trocknungswirkung A und Warmwasseranschluss.

Warmwasseranschlüsse sind nur sinnvoll, wenn die Warmwasserproduktion mittels erneuerbarer Energie erfolgt.
Mit den drei Klassen (z.B. A+++AB) werden Energieeffizienz, Wasserverbrauch und Trocknungswirkung bewertet.
Seit August 2014 müssen neue Geschirrspüler mindestens der Energieeffizienzklasse A+ entsprechen.
Minergie-P und Minergie-A fordern den Einsatz von A+++ Geräten. Listen:

Dunstabzugshauben

1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A+.

2. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A.

Energieeffiziente Dunstabzugshauben zeichnen sich durch einen guten Wirkungsgrad des Ventilators und eine stromsparende LED-Beleuchtung aus.

Armaturen

Spültischarmaturen mit Energieetikette Klasse A oder B bzw. WELL-Label Klasse A oder B.

Minergie-Eco Vorgabe G5.010

Die Energieetikette bewertet den Energieverbrauch, das WELL-Label zusätzlich den Komfort.
Listen wassersparender Armaturen und Duschbrausen:

Kaffeemaschinen

1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A+++.

2. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A++.

Liste energieeffizienter Geräte:

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Fenster, Aussentüren

Montage.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Fugenvergussmassen, Vorbehandlungen).

Elektroanlagen

Installationen, Verwertung von Altgeräten.

Sanitäranlagen

Legionellen, Wasserqualität, Ver- und Entsorgungsleitungen, Leitungsdämmungen, Sanierungen, Entsorgung von Installationsmaterial.

Bodenbeläge

Unterlagsböden, Bodenbeläge, Reinigung

Innere Oberflächenbehandlung

Beschichtungen auf Holzwerk.