Eco-BKP


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Material/Prozess Vorgaben Hinweise/Quellen

Eco-BKP 112: Abbrüche / Rückbau / Entsorgung

 

Allgemeines

 

Schadstoffe in Gebäuden

Bei Gebäuden bzw. Gebäudeteilen mit Baujahr vor 1990 muss vor Beginn von grösseren Abbruch- oder Demontagearbeiten eine geeignete Fachperson in sämtlichen Räumen eine Gebäudevoruntersuchung (Gebäudecheck) auf Asbest, PCB (Fugendichtungs-massen) und PCP (Holzschutzmittel) durchführen.
Geeignete Fachpersonen müssen nachweislich über mindestens 3-jährige Erfahrung bei Gebäudevoruntersuchungen verfügen.

nicht empfohlen: keine Voruntersuchung bei Gebäuden mit Baujahr vor 1990.

Das Vorgehen und die Dokumentation sind der eco-bau-Empfehlung „Gesundheitsgefährdende Stoffe in bestehenden Gebäuden und bei Gebäudesanierungen“ beschrieben.
Eine Liste mit Firmen und Fachstellen, welche Beratungen und Planungen vornehmen, ist auf der Website des FACH verfügbar. In einigen Kantonen bestehen Listen entsprechender Experten.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.010

Abfalltrennung

Bei grösseren Vorhaben ist ein Abbruch- und Rückbaukonzept nach SIA-Empfehlung 430 zu erarbeiten, das die Materialien des Abbruchobjektes nach Abfallkategorien erfasst und die erforderlichen Massnahmen gem. Umweltschutzgesetzgebung auflistet.
Die Abfälle sind bereits auf der Baustelle zu trennen (Mehrmuldenkonzept, ausser bei Kleinstvorhaben). Verwertbares Material ist separat zu sammeln.

Für die Optimierung der Stoffflüsse kann der Rückbau zusätzlich durch eine Fachperson begleitet werden.

Wiederverwendung, Verwertung, Entsorgung

 

Wiederverwendung von Materialien und Bauteilen

Bei der Planung eines Abbruchs oder Umbaus sind die wieder verwendbaren Materialien und Bauteile rechtzeitig weiter zu vermitteln oder einer Bauteilbörse anzubieten. Bei historisch wertvollen Bauteilen ist die Denkmalpflege zu informieren.

Besonders geeignet: Holzbalken, Stahlträger, Küchen, Sanitärapparate, Fenster, Türen, Massivholzparkett.

Verwertung von Materialien und Bauteilen

Rücknahmesysteme (Branchenlösungen) existieren für PVC-Bodenbeläge und Kunststoff-Dachbahnen aus PVC oder Polyolefinen. Für PVC-Fenster, Mineralfaserdämmstoffe, Gipskarton- und Vollgipsplatten bieten die grossen Schweizer Hersteller das Recycling an.
EPS-, XPS- und PU-Dämmstoffe müssen in einer KVA entsorgt werden.

XPS- und PU-Dämmstoffe können ozonschichtabbauende bzw. klimaschädliche Stoffe enthalten.
Das als Flammschutzmittel in EPS und XPS verwendete HBCD ist seit August 2015 verboten. Deshalb können HBCD-haltige Polystyroldämmungen nicht mehr rezykliert werden.

Ausbauasphalt, Mauerabbruch, Betonabbruch, Ziegel, Faserzement, Mischabbruch

Verwertung in Anlagen für mineralische Recyclingbaustoffe (Recycling-Kies, Recycling-Beton, Recycling-Belag etc.).

Abbruchgut darf nicht mit Sonderabfall vermischt sein.
Adressen von Verwertungs- und Entsorgungsbetrieben:

Holz, Holzwerkstoffe, etc.

Thermische Nutzung von nicht anderweitig verwertbaren, brennbaren Baustoffen in Zementwerken, Altholz- oder Kehrichtverbrennungsanlagen.

Druckimprägnierte Hölzer siehe schadstoffhaltige Bauteile.
Adressen von Verwertungs- und Entsorgungsbetrieben.

Metallbauteile aller Art (Profile, Träger, Leitungsrohre, Armaturen)

Verwertung über Bauteilbörsen oder Baustoffhandel.

Adressen von Verwertungs- und Entsorgungsbetrieben.

Schadstoffhaltige Bauteile (nicht abschliessend)

 

Anlagen mit halogenierten Arbeitsmitteln

Kühlschränke, Wärmepumpen, Kältemaschinen etc. können halogenierte Kohlenwasserstoffe (FCKW, HFCKW, FKW, HFKW) als Arbeitsmittel enthalten. Während Ausbau und Transport sind Beschädigungen unbedingt zu vermeiden. Anlagen mit halogenierten Kohlenwasserstoffen sind durch spezialisierte Unternehmen gemäss ChemRRV fachgerecht zu entsorgen. Für Haushaltgeräte besteht gegenüber Endverbrauchern eine Rücknahmepflicht des Fachhandels gemäss VREG.

Halogenierte Kohlenwasserstoffe sind starke Treibhausgase und können einen Abbau der Ozonschicht bewirken. FCKW- und HFCKW-haltige Produkte sind seit dem Jahr 2000 verboten.

Kunststoffschäume und Dämmstoffe aus PU oder XPS mit halogenierten Treibmitteln (FCKW, HFCKW)

Material möglichst zerstörungsfrei ausbauen, separat sammeln und einer KVA zuführen.
Da es im verbauten Zustand keine Unterscheidungsmerkmale zwischen Schaumstoffen mit halogenierten Treibmitteln und solchen ohne gibt, sind alle PU- oder XPS-Schaumstoffe auf diesem Weg zu entsorgen.

Halogenierte Treibmittel sind starke Treibhausgase und können einen Abbau der Ozonschicht bewirken. FCKW- und HFCKW-haltige Produkte sind seit dem Jahr 2000 verboten.

Teerhaltiger Ausbauasphalt

Verwertung und Entsorgung gemäss entsprechender BUWAL-Empfehlung.

Schmier- und Betriebsstoffe

Anlagen und Geräte wie Produktions- oder Löschanlagen, welche Sonderabfälle oder Problemstoffe enthalten (Maschinen-, Getriebe-, Hydraulik-, Dieselöl, Halon, Freon etc.), müssen nach VeVA entsorgt werden.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Baustelleneinrichtung

Luftreinhaltung (Baumaschinen und Geräte; Transporte), Baulärm.

Baugrubenaushub

Verwertung/Entsorgung (sauberer und verschmutzter Boden).

Bedachungsarbeiten

Verwertung/Entsorgung (Dichtungsbahnen, Bitumen-Gemische, Gussasphalt etc.).

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Verwertung/Entsorgung (Fugen- und Kittmassen, Reste von Voranstrichen etc.).

Fassadenputze

Verwertung/Entsorgung (Dämmstoffe aus Kunststoff, Mineralfasern, Schaumglas).

Äussere Oberflächenbeh.

Verwertung/Entsorgung (Malerei- und Lackabfälle, Farbschlamm, Gebinde etc.).

Elektroanlagen

Verwertung/Entsorgung (Drähte und Kabel, Haushaltgeräte, Entladungslampen etc.).

Heizanlagen

Verwertung/Entsorgung (Wärmepumpen, Ausmauerungen, Öltanks etc.).

Lüftungs- und Klimaanlagen

Verwertung/Entsorgung (Lüftungsapparate und Klimageräte, Luftfilter).

Sanitäranlagen

Verwertung/Entsorgung (Rohre, Waschbecken und Badewannen, Boiler etc.).

Gipserarbeiten

Verwertung/Entsorgung (Gipserbestandteile).

Bodenbeläge

Verwertung/Entsorgung (Beläge aus PVC, Polyolefinen, Synthesekautschuk, Teppich, Linoleum etc.; asbesthaltige Bodenbeläge).

Eco-BKP 130: Gemeinsame Baustelleneinrichtung

 

Installationsplanung

 

Gewässerschutz

Zum Schutz des Grundwassers und der Gewässer gegen Verunreinigung sind die vom kantonalen Amt für Gewässerschutz festgelegten Vorschriften einzuhalten und die SIA-Empfehlung 431 zu beachten.

Beispiel: Merkblatt Kanton St. Gallen „Umweltschutz auf Baustellen“.

Baulärm

Zur Begrenzung des Baulärms sind bauliche und betriebliche Massnahmen festzulegen, die bei der Planung, Projektierung, Ausschreibung und Ausführung zu berücksichtigen sind. Grundlagen für ein lärmarmes Baumanagement sind in der Baulärm-Richtlinie umschrieben.

Die Checkliste der Richtlinie listet viele lärmmindernde Massnahmen auf. Die Verbindlichkeit der Massnahmen ist kantonal geregelt.

Bodenschutz

Zur Minderung der Bodenerosion und -verdichtung sind Massnahmen vor und während des Baustellenbetriebs zu ergreifen.
Planerische Massnahmen: Standortwahl unter Berücksichtigung der Bodenphysik, Bodenuntersuchung und Überwachung in erosionsgefährdeten Gebieten, Berücksichtigung der Regenzeit.
Technische Massnahmen: Ableitung des Oberflächen- und Sickerwassers (Drainagen), Bodenverfestigung und -begrünung, Verlangsamung des Niederschlagsabflusses durch Befestigung, Unterbrechung oder Verflachung von geneigten Flächen, Befestigung gerodeter Flächen und des Oberbodens (Humus).

Für Vorhaben in empfindlichen Gebieten oder für grosse Baustellen (Richtgrösse >5000 m2 Bodenfläche) empfiehlt es sich, falls durch Bauauflagen nicht anders gefordert, eine/n anerkannte/n bodenkundliche Baubegleiter/in beizuziehen. Liste der Fachpersonen:

Baumschutz

Zu vermeiden sind innerhalb des Wurzelbereichs (Mindestens dieselbe Ausdehnung wie die Baumkrone) die Verschmutzung des Bodens durch Zement- oder andere belastete Wasser, die Lagerung von Chemikalien, Leergebinden oder anderen Materialien, der Abtrag oder Auftrag von Boden und das Befahren mit Geräten, Maschinen etc. Der Baumbestand ist während der Bauarbeiten mit geeigneten Massnahmen zu schützen, z.B. mittels eines Zauns rund um den Wurzelbereich.

Bäume haben für die Lebensqualität der Menschen eine grosse Bedeutung und leisten einen wichtigen Beitrag für ein angenehmes Mikroklima.

Lagerplätze

Um die Verschmutzung bzw. Verdichtung des Bodens im Bereich von Lagerflächen zu verhindern, sind diese mit geeigneten Mitteln zu befestigen.

z.B. Einkiesung mit RC-Kiessand P

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Grundsätze, Verwertung/Entsorgung von Baustoffen.

Aushub

Altlasten, Maschineneinsatz, Erdarbeiten.

Eco-BKP 201: Baugrubenaushub

 

Allgemeines

 

Planung und Ausschreibung

Die Planung der Baustellenerschliessung und des Installationsplatzes hat frühzeitig zu erfolgen. Es ist darauf zu achten, dass eine möglichst kleine Bodenfläche beansprucht wird und die übrigen Flächen mit einem Zaun abgegrenzt werden.
Für die Erdarbeiten ist genügend Zeit einzuplanen, da Niederschläge und nasse Böden das Arbeiten verunmöglichen können.
Die Bauarbeiten sind so zu planen, dass sie mit möglichst wenigen und kurzen Fahrten realisiert werden können. Besonders bei umfangreichen Transporten ist diesem Punkt in Ausschreibung und Vergabe Gewicht zu verleihen.

Eine Vergabe mit alleinigem ökologischem Kriterium Transportdistanz ist nicht zulässig. Bereits in der Ausschreibung müssen weitere Faktoren wie Emissionsklassen der Fahrzeuge etc. als Vergabekriterien definiert werden.

Belastete Böden und Altlasten

Bei Verdacht auf Belastung des Bodens mit Schadstoffen (z.B. Rebgelände, Familiengärten) oder Altlasten (z.B. Industrie-, Gewerbe- oder Bahnareale) müssen Untersuchungen und allfällige Massnahmen in Absprache mit der kantonalen Fachstelle für Bodenschutz oder Altlasten durchgeführt werden.

Gewässerschutz

Um die Gewässerbelastung durch Bodenpartikel (Sedimente, Erosion) zu verhindern, sind geeignete wasserbauliche Massnahmen zu planen.

z.B. Absetzbecken, Befestigung, Unterbrechung oder Verflachung von geneigten Flächen etc.

Maschineneinsatz

 

Befahren des Bodens

Freigelegte Unterböden und wieder eingebaute Böden dürfen nicht befahren werden.
Das Befahren des Oberbodens ist nur zulässig für einzelne Fahrten, wenn der Boden trocken und genügend bewachsen ist. Falls häufigere Fahrten nötig sind, muss der Boden mit geeigneten Mitteln geschützt werden (z.B. Baggermatratzen, Holzroste, Platten, temporärer Kiesbelag auf Vliesunterlage).
Nur wenn der Boden deutlich länger als ein Jahr befahren werden muss oder verdichtungsempfindlich ist, darf der Oberboden abgetragen („abhumusiert“) werden.

Oberboden: Humusschicht (dunkelbraun), Unterboden: darunter liegende Schicht (meist rötlich-braun).
Pflanzen verteilen mit den Wurzeln die Bodenpressung und schützen vor Verhärtung des Bodens.

Bodenfeuchte

Es darf nur auf und mit trockenen Böden gearbeitet werden. Vor jedem Maschineneinsatz und nach Witterungseinflüssen muss die Bodenfeuchtigkeit beurteilt werden, um die einsetzbaren Maschinen zu bestimmen. Die Resultate sind zu protokollieren.
Auf kleinen Baustellen (z.B. EFH) ist die Bodenfeuchtigkeit mit der Fühlprobe zu beurteilen.
Auf mittleren und grossen Baustellen ist die Bodenfeuchtigkeit jeweils an mehreren Stellen mit dem Tensiometer zu messen. Unter 6 Centibar Saugspannung sind die Erdarbeiten einzustellen, unter 10 Centibar darf der Boden nicht befahren werden.

Beim Befahren und Bearbeiten feuchter Böden werden die Poren zusammengedrückt; der Boden wird irreversibel geschädigt.
Fühlprobe: einen Erdbrocken zwischen den Fingern leicht zerdrücken. Lässt er sich kneten, ist der Boden zu nass (siehe Bild): nicht befahren oder bearbeiten.

Wahl der Maschinen und Fahrzeuge

Muss der Boden befahren werden, ist immer eine möglichst leichte Maschine einzusetzen; der Bodendruck darf höchstens 500g/cm2 betragen. Der Maschinen-Kennwert (siehe Formel rechts) darf den aktuell mit dem Tensiometer gemessenen Wert in Centibar nicht übersteigen.
Für Arbeiten mit dem Ober- und Unterboden sind Bagger einzusetzen. Die Böden dürfen nur mit Raupenfahrzeugen befahren werden. Sollen ausnahmsweise andere Maschinen (Traxe, Kompaktlader, Radlader, Lastwagen etc.) eingesetzt werden, muss dies durch die Bauleitung
bewilligt werden.

Der Maschinen-Kennwert berechnet sich wie folgt:

(Gesamtgewicht [t])2 * 0.125
---------------------------------------
Auflagefläche [m2]

Es wird empfohlen, die eingesetzten Maschinen mit ihrem Maschinen-Kennwert gut sichtbar zu kennzeichnen.

Luftreinhaltung (Baumaschinen und Geräte)

Zur Verminderung der Luftbelastung durch baustellenbedingte Schadstoffemissionen sind die Massnahmen der Baurichtlinie Luft zu berücksichtigen. Die dem Vorhaben entsprechende Massnahmenstufe (A, B) ist rechtzeitig vor Baubeginn festzulegen. Im Leistungsverzeichnis der Ausschreibung sind die konkreten Massnahmen zur Reduktion der Luftschadstoffe zu definieren.
Baumaschinen über 18 kW müssen entweder den Partikelemissionsgrenzwert einhalten oder mit einem LRV-konformen Partikelfilter ausgerüstet sein.

Partikelfilter müssen auf der BAFU-Partikelfilterliste aufgeführt sein.

Luftreinhaltung (Transportfahrzeuge)

Zur Begrenzung der Emissionen von Transportfahrzeugen sind im Leistungsverzeichnis der Ausschreibung Vorgaben für den Bautransportverkehr festzulegen.

z.B. Fahrzeuge der Emissionsklasse EURO 6, schwefelfreie Treibstoffe.

Erdarbeiten

 

Bodendepots

Der Boden muss beim Schütten des Depots trocken sein (Saugspannung über 6 Centibar). Oberboden, Unterboden und Untergrundmaterial müssen getrennt gelagert werden.
Oberbodendepots dürfen nach dem Absetzen nicht höher als 1.5 m, Unterbodendepots höchstens 2.5 m hoch sein (bei Bodenmaterial mit mehr als 30% Tongehalt max. 1.5 m).
Das Bodendepot ist so anzulegen, dass das Regenwasser oberflächlich abfliessen und im Untergrund versickern kann. Es darf weder befahren noch als Lagerplatz verwendet werden und muss sofort nach der Schüttung begrünt werden.

Auf kurzfristige Depots (einige Monate) eine einjährige Gründüngungsmischung (z.B. Phacelia, Alexandriner-, Perserklee) ansäen. Auf langfristige Depots (ein bis mehrere Jahre) eine winterharte Gründüngungsmischung (z.B. Luzerne-/ Kleegras) ansäen. Die Pflanzen schützen das Depot und verhindern die Auswaschung von löslichen Bodenbestandteilen.
Die Anwendung von Unkrautvertilgungsmitteln ist gemäss ChemRRV verboten.

Wiedereinbau von Boden

Der Untergrund muss vor dem Wiedereinbau aufgelockert und bei Bedarf mit einer Sickerschicht versehen werden, damit die Sickerfähigkeit des Untergrunds gewährleistet ist.
Unter- und Oberboden sind möglichst in einem Arbeitsgang einzubauen. Der wieder eingebaute Boden ist sofort zu begrünen.

Für Sickerschichten kann je nach Situation Recycling-Kiessand P verwendet werden.

Sauberkeitsschichten

Recycling-Kiessand oder Recycling-Beton aus Mischabbruchgranulat.

Die Verwendung von RC-Material ist nur ausserhalb Grundwasserschutzzonen zulässig, und es muss ein Mindestabstand zum Grundwasser von 2 Metern eingehalten werden.

Baugrubensicherungen

Spundwand auskragend, gespriesst oder verankert; Rühlwand auskragend, gespriesst oder verankert; Nagelwand.

Baugrubensicherungen enthalten sehr viel Graue Energie, weshalb geböschte Baugruben vorzuziehen sind.
Bohrpfahlwände und Schlitzwände belasten im Vergleich mit den in den Vorgaben erwähnten Varianten die Umwelt um ein Vielfaches.

Spezialfundationen

 

Tiefgründungen

Rüttelstopfsäule, vorgefertigter Betonpfahl, Mikrobohrpfahl.

Ortbetonbohrpfähle und Ortbetonverdrängungspfähle belasten die Umwelt gegenüber den in der Vorgabe erwähnten Varianten deutlich stärker.

Verwertung / Entsorgung

 

Sauberer Ober- und Unterboden

Verwendung nach folgenden Prioritäten (in absteigender Reihenfolge): Verwendung an Ort und Stelle, Verwendung auf einer anderen Baustelle, Einsatz für die Rekultivierung, bewilligte Zwischenlager, Deponie.

Verschmutzter Ober- und Unterboden

Entsorgung bzw. Aufbereitung gemäss den Angaben der kantonalen Fachstelle für Bodenschutz.

weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Baustelleneinrichtung

Installationsplanung (Boden- und Gewässerschutz, Baulärm etc.).

Eco-BKP 211: Baumeisterarbeiten

 

Beton

 

Betonwahl

Einsatz von klassifiziertem Recyclingbeton RC-C oder RC-M für Bauteile der Expositionsklassen X0, XC1 und XC2; RC-C für Bauteile der Expositionsklassen XC3 und XC4; Einsatz von nicht klassifiziertem Recyclingbeton mit Mischabbruch- oder Betongranulat für Unterlags-, Füll- oder Sickerbeton.
Einsatz von Primärbeton nur, falls RC-Beton nicht innerhalb einer Transportdistanz von 25 km verfügbar ist (Ausnahmen vgl. KBOB Empfehlung 2007/2).

RC-Beton ist für die häufigsten Anwendungen im Hochbau (auch Sichtbeton) geeignet.
Dämmbeton besitzt ca. das Doppelte an Grauer Energie wie vergleichbare Konstruktionen.
Kunststoff-Hohlkörper in Betondecken haben nur einen positiven Einfluss auf die Ökologie, wenn sie aus Post-Consumer-Recyclingmaterial bestehen.
Der Einfluss des RC-Anteils auf die Betonökobilanz kann mit dem Betonsortenrechner berechnet werden.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.050

Betonzusatzmittel

Produkte mit FSHBZ-Gütesiegel oder gleichwertigem Nachweis verwenden.

Betonzusatzmittel sind teilweise stark umweltgefährdend.
Das FSHBZ-Label legt ökologische Kriterien für Beton- und Mörtelzusatzmittel fest.
Liste der zertifizierten Produkte siehe

Schalung

Schalöle verwenden, welche das Umweltzeichen RAL UZ 178 oder das europäische Umweltzeichen tragen oder auf planzlicher Basis sind.

Kontrolle der Anforderungen mittels Zertifikat, Produktedatenblatt oder Sicherheitsdatenblatt.
Liste zertifizierter Produkte:

Zementwahl

CEM II/A, CEM II/B-LL, CEM III.

Bezüglich Grauer Energie weisen die CEM II/A und CEM II/B-LL-Typen Vorteile auf.
CEM III Zemente verursachen aufgrund des tiefen Portlandzementklinkeranteils die niedrigsten CO2-Emissionen. Betone mit CEM III besitzen jedoch eine geringere Frühfestigkeit (längere Ausschalzeiten) und entwickeln weniger Wärme beim Abbinden (eingeschränkter Einsatz bei tiefen Temperaturen).
Der Einfluss der Zementwahl auf die Betonökobilanz kann mit dem Betonsortenrechner berechnet werden:

Maurerarbeiten

 

Einsteinmauerwerk

1. Priorität: Mauerwerk aus Zementstein MC hohl, Porenbetonstein MP, Porenbetonstein MPL, Lehmstein natürlich getrocknet.

2. Priorität: Mauerwerk aus Backstein MB, Kalksandstein MK, Zementstein MC voll, Lehmstein technisch getrocknet.

Gebrannte Steine (wie z.B. Backsteine) beinhalten mehr Graue Energie als z.B. Zementsteine.

Schalldämmendes Mauerwerk

1. Priorität: Mauerwerk aus Kalksandstein MK, Zementstein MC

2. Priorität: Mauerwerk aus Backstein MB

Leichtmauerwerk

Mauerwerk aus Leicht-Backstein MBL, Leicht-Zementstein MCL/Bims, Leicht-Porenbetonstein MPL.

Sichtmauerwerk

1. Priorität: Mauerwerk aus Kalksandstein MK, Zementstein MC.

2. Priorität: Mauerwerk aus Backstein/Klinkerstein MB.

Wärmedämmungen

 

Dämmstoffe Wände

Kerndämmung Zweischalenmauerwerk:

1. Priorität: Steinwolle, Glaswolle ca. 40 kg/m3.

2. Priorität: Glaswolle über ca. 40 kg/m3, Mineraldämmplatten.

Dämmstoffe Deckenuntersicht

Mineralwolleplatten mit Glasvlieskaschierung auf Raumseite (mechanisch befestigt).

Mineralfaserdämmstoffe dürfen mit der Raumluft nicht direkt in Verbindung stehen (lungengängige Fasern).
Mechanische Befestigung ist vorzuziehen (Auswechselbarkeit/ Rückbaufähigkeit).
Die Entsorgung von Verbunddämmstoffen ist problematisch.

Dämmstoffe Perimeter

1. Priorität: Schaumglasplatten.

2. Priorität: EPS Perimeterdämmplatten (ohne HBCD als Flammschutzmittel).

Für XPS-Dämmstoffe gibt es in der Schweiz keine Recyclinginfrastruktur.

Rohre

 

Abwasserrohre

1. Priorität: Betonrohre unbewehrt und bewehrt. Rohre bis DN 200: PE-Rohre SN 2, PP-Rohre SN4, Steinzeugrohre.

2. Priorität: Rohre bis DN 200: PE-Rohre SN 4, PP-Rohre SN 8, PVC-U-Kompaktrohre SN 2 mit Calcium-/Zink-Stabilisator.
Rohre ab DN 250: Steinzeugrohre.

Gussrohre beinhalten wesentlich mehr Graue Energie als solche aus andern Materialien.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung, Entsorgung, Schadstoffhaltige Bauteile.

Baustellenreinigung

Installationsplanung (Gewässerschutz, Luftreinhaltung, Baulärm etc.).

Baugrubenaushub

Allgemeines (Altlasten), Maschineneinsatz, Erdarbeiten, Verwertung/Entsorgung.

Montagebau als Leichtkonstruktionen

Fassadenbekleidungen und Fassadenmaterialien.

Fenster, Aussentüren

Montage.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlung).

Fassadenputze

Allgemeines.

Eco-BKP 213: Montagebau in Stahl

 

Stahlkonstruktionen

 

Stahlteile

Tragende Stahlteile sind möglichst als Voll- oder allseitig zugängliche Profile auszubilden und primär durch konstruktive Massnahmen vor Korrosion zu schützen (hierdurch sinken die Anforderungen an die Oberflächenbehandlung).

Stahlteile mit hohem Rezyklatanteil sind aus ökologischer Sicht vorteilhaft.
Einfachere Beschichtungssysteme führen in der Regel zu geringeren Umweltbelastungen.
Hochlegierte Stähle können ein Vielfaches der Grauen Energie von unlegierten Stählen enthalten.

Vorbehandlung

 

Sandstrahlen im Freien

Staubschutzvorrichtungen anbringen, Staubabscheidegeräte nach dem Stand der besten verfügbaren Technik einsetzen, entstehende Abfälle vollständig auffangen.

Entsorgung der verbrauchten Strahlmittel als Sonderabfall nach G_VeVA.

Korrosionsschutz-behandlung

Beschichtungssysteme ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Systeme.
Auf chromathaltige Stoffe (z.B. Zinkchromat) sollte verzichtet werden.

Wenn möglich sollten Stahlteile werkseitig behandelt werden.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Verzinkung von Stahlbauteilen

Verzinkungen nur beim Einsatz in korrosiver Umgebung ausführen. Bewitterte Stahlteile sind zusätzlich mit Deckbeschichtungen zu schützen, falls ihre gesamte Oberfläche mehr als 50 m2 beträgt.

Zinkeinträge in die Umwelt sind schädlich und können durch die Schutzschicht vermieden werden.
Zu berücksichtigen sind verzinkte Stahlgeländer (über 70 m1), Gitterroste (über 25 m2), Stahlprofile, Streckmetallverkleidungen etc.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.020

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Verwertung/Entsorgung von Metallbauteilen.

Baustelleneinrichtung

Installationsplanung (Luftreinhaltung, Baulärm).

Montagebau als Leichtkonstruktionen

Fassadenbekleidungen und Fassadenmaterialien.

Fenster, Aussentüren

Montage.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen.

Äussere Oberflächenbehandlung

Beschichtungen auf Metall.

Innere Oberflächenbehandlung

Beschichtungen auf Metall.

Eco-BKP 214: Montagebau in Holz (Zimmerarbeiten)

 

Holz und Holzwerkstoffe

 

Holzauswahl

Holz bzw. Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit FSC-/PEFC-Zertifikat, Herkunftszeichen Schweizer Holz HSH oder gleichwertigem Label.

nicht empfohlen: Hölzer bzw. Holzprodukte aussereuropäischer Herkunft ohne FSC-, PEFC- oder gleichwertiges Label.

Kontrolle der Vorgaben mittels auftragsbezogener Zertifikate der Zertifizierungsstellen und Lieferscheinen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.040

Formaldehyd-Emissionen

Im Innenraum verwendete Holzwerkstoffe mit formaldehydfreier Verleimung oder mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,02 ppm können ohne Einschränkungen eingesetzt werden.

nicht empfohlen: verleimte Holzprodukte oder Holzwerkstoffe im Innneraum mit einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration >0,03 ppm.

Holzwerkstoffe mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,03 ppm können bei 3 von 6 Raumoberflächen bzw. 50% der Raumoberflächen eingesetzt werden.

Detaillierte Anwendungsempfehlungen und geeignete Produkte sind in der Lignum-Liste aufgeführt.

Formaldehydfreie Leimsysteme sind PMDI, PU/PUR und PVAc. Formaldehydhaltige Leimsysteme sind UF, MUF und PF.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Vorbeugender chemischer Holzschutz

Nur erforderlich, wenn der bauliche Witterungs- und Feuchteschutz ungenügend ist, das Holz (besonders tragende bzw. statisch hoch beanspruchte Teile) nicht regelmässig kontrolliert werden kann und wasserabstossende Oberflächenbehandlungen nicht genügen.

nicht empfohlen: Vorbeugender chemischer Holzschutz in beheizten Innenräumen.

Chemischer Holzschutz in Innenräumen führt zu gesundheitlichen Belastungen der Gebäudenutzenden.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.020

Äussere Bekleidungen

1. Priorität: Massivholzschalung, 3-Schicht Massivholzplatten.

2. Priorität: Sperrholzplatten, Faserzementplatten grossformatig.

Bewitterte Bekleidungen: verleimte Holzwerkstoffe können eine eingeschränkte Beständigkeit aufweisen.

Unterdächer

1. Priorität: Kunststoffbahnen (Polyolefinbahnen, PE-/PP-Vliese, Polyestervliese), Kraftpapier, Holzschindeln Fichte/Tanne.

2. Priorität: Faserzementplatten, Hartfaserplatten, poröse vergütete Holzfaserplatten, poröse bituminierte Holzfaserplatten.

Verlegeunterlagen

1. Priorität: Bretter (Fichte/Tanne).

2. Priorität: Hartfaser-, Weichfaserplatten.

Wärmedämmungen, Winddichtungen, Dampfbremsen

 

Formaldehyd und lungengängige Fasern

Mineralfaserdämmstoffe, welche raumseitig der Luftdichtigkeitsschicht liegen, dürfen keine formaldehydhaltigen Bindemittel enthalten.

Mineralfaserdämmstoffe dürfen mit der Raumluft nicht direkt in Verbindung stehen (lungengängige Fasern).

Wärmedämmschichten

1. Priorität: Glaswolle geringer/mittlerer Dichte (<50 kg/m³), Steinwolle geringer/mittlerer Dichte (<70 kg/m³), boratfreier Zellulosedämmstoff (Zellulosefasern, Zellulosefaserplatten).

2. Priorität: Weichfaserplatten, Glaswolle hoher Dichte (>50 kg/m³), Steinwolle hoher Dichte (>70 kg/m³).

Winddichtungen

Kraftpapier, Polyethylenvlies

Montage

 

Verbindungen, Befestigungen

Lösbare, rein mechanische Verbindungen und Befestigungen.

nicht empfohlen: Montageschäume.

Lösbare Verbindungen/Befestigungen erlauben die spätere Erweiterung, Verstärkung oder Wiederverwendung des Bauteils.
PU-Montageschäume emittieren bei der Verarbeitung Isocyanate, welche Allergien und Atemwegserkrankungen auslösen können.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.010

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Verwertung/Entsorgung von Holz und Holzwerkstoffen.

Baustelleneinrichtung

Installationsplanung (Luftreinhaltung, Baulärm).

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen).

Äussere Oberflächenbehandlung

Anstriche auf Holz.

Schreinerarbeiten

Holz und Holzwerkstoffe (Formaldehyd-Emissionen).

Innere Oberflächenbehandlung

Anstriche auf Holz.

Eco-BKP 215: Montagebau als Leichtkonstruktion

 

Fassadenbekleidungen und Fassadenmaterialien

 

Holzauswahl

Holz bzw. Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit FSC-/PEFC-Zertifikat, Herkunftszeichen Schweizer Holz HSH oder gleichwertigem Label.

nicht empfohlen: Hölzer bzw. Holzprodukte aussereuropäischer Herkunft ohne FSC-, PEFC- oder gleichwertiges Label.

Kontrolle der Vorgaben mittels auftragsbezogener Zertifikate der Zertifizierungsstellen und Lieferscheinen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.040

Fassadenbekleidungen

1. Priorität: Brettholz, Schindeln, 3-Schicht-Massivholzplatten, Faserzementschiefer, Faserzement-Wellplatte, Naturschiefer Deutschland, Kunststeinplatten, Photovoltaik-Paneele.

2. Priorität: Sperrholzplatten, Faserzement-/Glasfaserbetonplatten, Einscheibensicherheitsglas ESG, Keramikplatten, Naturschiefer Spanien, Alublech-Profilplatten.

Nicht gekennzeichnete Bekleidungsmaterialien wie z.B. aus Kunststoff oder Metall benötigen bedeutend mehr Herstellungsenergie als die in 1. und 2. Priorität genannten Materialvarianten (Ausnahme: PV-Paneele).
Natursteine: europäischer Herkunft oder mit Fair Stone/Xertifix-Label oder gleichwertigem Nachweis.
Bewitterte Bekleidungen: verleimte Holzwerkstoffe können eine eingeschränkte Beständigkeit aufweisen.

Unterkonstruktionen

1. Priorität: Holzlattung (einfach oder gekreuzt) mit Traglatten aus Fichte/Tanne, Traglatten aus Fichte/Tanne mit Distanzschraube verankert.

2. Priorität: Korrosionsgeschützter Stahl.

Unterkonstruktionen aus Holz benötigen ca. 10-mal weniger Graue Energie als solche aus Alu od. Stahl. Bis 120 mm Dämmstoffdicke Verwendung von Holzlatten, darüber und bis ca. 250 mm Dämmstoffdicke Einsatz von Distanzschrauben.

Wärmedämmschichten

1. Priorität: Steinwolle, Glaswolle

2. Priorität: EPS mit Grafit (grau, ohne HBCD als Flammschutzmittel)

Fensterbänke

Faserzement mit Metallbügel befestigt.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung, Entsorgung von Bauteilen.

Baumeisterarbeiten

Wärmedämmungen.

Montagebau in Stahl

Vorbehandlungen (Sandstrahlarbeiten, Korrosionsschutz).

Fenster, Aussentüren

Montage, Entsorgung von Fenstern und Türen.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen).

Äussere Oberflächenbehandlung

Anstriche auf Mineralische Untergründe, Holz und Metall.

Eco-BKP 221: Fenster und Aussentüren

 

Allgemeines

 

Holzauswahl

Holz bzw. Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit FSC-/PEFC-Zertifikat, Herkunftszeichen Schweizer Holz HSH oder gleichwertigem Label.

nicht empfohlen: Hölzer bzw. Holzprodukte aussereuropäischer Herkunft ohne FSC-, PEFC- oder gleichwertiges Label.

Kontrolle der Vorgaben mittels auftragsbezogener Zertifikate der Zertifizierungsstellen und Lieferscheinen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.040

Fensterrahmen und Verglasungen

 

Rahmenmaterial

1. Priorität: Holzrahmen Uf = 1.3 W/m2K; Holz-Metallrahmen Uf =1.2 W/m2K.

2. Priorität: Holzrahmen Uf = 1.4 - 1.6 W/m2K; Holz-Metallrahmen Uf =1.3 - 1.4 W/m2K; Kunststoffrahmen (PVC) mit Calcium-Zink-Stabilisator und Uf = 1.1 - 1.2 W/m2K.

Holzfenster sind bei witterungsgeschützter Anwendung besonders vorteilhaft. Metallrahmen haben einen deutlich höheren Grauenergie- und U-Wert (entscheidend für den Wärmeverlust des ganzen Fensters). Falls Metallfenster unvermeidlich: wärmegedämmte, thermisch getrennte Profile wählen. Gemäss den Anforderungen der MuKEn 2014 an Einzelbauteile darf der Uw-Wert max. 1.0 W/m2K betragen.

Glasrandverbund

1. Priorität: Randverbund aus Kunststoff/Butyl („warme Kante“).

2. Priorität: Randverbund aus Edelstahl.

Besonders bei kleinformatigen Fenstern hat der Randverbund einen grossen Einfluss auf den U-Wert. Ein Randverbund aus Aluminium ist aufgrund der hohen Wärmeleitfähigkeit zu vermeiden.

Vogelschutz

Gefährdung abklären und allenfalls Massnahmen gemäss Merkblatt „Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht.“ treffen.
Fenster und Fenstertüren mit Aussenreflexionsgrad max. 15%, Glasfassaden und zusammenhängende Glasflächen >20 m2 mit Aussenreflexionsgrad max. 12% oder flächiger Musterung.

Probleme stellen Eckverglasungen, spiegelnde bzw. frei stehende Glasflächen oder mehrheitlich verglaste Volumen (z.B. Wintergarten) dar. Bäume oder Büsche in der Nähe von Glasflächen erhöhen das Kollisionsrisiko.
Auf dem Markt sind spezielle Vogelschutzgläser erhältlich. Infos findet man bei der Vogelwarte.

Aussentüren

 

Aussentüren

1. Priorität: Rahmentüren aus Holz und Holzwerkstoffen mit Ud-Wert max. 1.2 W/m2K.

2. Priorität: Rahmentüren aus Stahl mit Ud-Wert max. 1.2 W/m2K.

Ud-Wert gemäss Anforderung MuKEn 2014.
Falls Metalltüren unvermeidlich: wärmegedämmte, thermisch getrennte Profile wählen.

Füllungen für Metalltüren aussen

Wärmeschutzglas 3-IV-IR U-Wert < 0.7 W/m2K, Sandwich-Paneele vollflächig für Stahltüren.

Siehe Vorgaben zum Glasrandverbund.

Oberflächenbehandlung

 

Holzfenster und -Türen, Holzteile von Holz-Metall-Fenstern

Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte.

Imprägnierung ist nur für Nadelholz erforderlich und sollte lediglich pilz- und bläuewidrig eingestellt sein.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Aluminiumfenster und türen, Aluteile von Holz-Metallfenstern, Rahmenwetterschenkel

Aluminium pressblank oder farblos anodisiert.

Kunststofffenster

1. Priorität: Standardfarbton (unlackiert).

2. Priorität: PVC-Beschichtungssystem ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbar.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Stahlfenster und -Türen

Grundierung ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbar mit anschliessender Pulver-Schlussbeschichtung.

Bei Innenanwendung auf Feuer- oder Spritzverzinkung verzichten.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Montage

 

Montage- und Abdichtungsarbeiten

Montage: mechanisch befestigen.
Abdichtung: Kompriband, Fensteranschlussfolien mit lösemittelfreier Verklebung (max. 1%).
Stopfen von Hohlräumen: Seiden- oder Mineralfaserzopf, Schaumstoff-Rundschnur.

nicht empfohlen: Montage/Abdichtung mittels Montage- oder Füllschäumen.

Die Verwendung von Montage- und Füllschäumen erschwert den späteren Ausbau des Bauteils und stellt eine gesundheitliche Gefährdung der verarbeitenden Personen dar.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.010

Verwertung/Entsorgung

 

Ganze Fenster und Türen

Direkt wiederverwenden (Bauteilbörse).

Holz, Holzwerkstoffe

Thermische Nutzung in Zementwerken, Altholz- oder Kehrichtverbrennungsanlagen.

Adressen von Verwertungs- und Entsorgungsbetrieben:

PVC-Kunststoffprofile

Rücknahme durch Hersteller.

Fenstergläser

Glasrecycling.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Montagebau in Holz

Formaldehydemissionen

Montagebau als Leichtkonstruktionen

Fassadenbekleidungen und Fassadenmaterialien (Fensterbänke).

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlung).

Eco-BKP 222: Spenglerarbeiten

 

Abdeckungswerkstoffe, Bekleidungen und Deckungen

 

Bekleidungen, Dachrinnen, Rohre, Abdeckbleche, Einfassungen, An- und Abschlussbleche

1. Priorität: Chromstahlblech blank.

2. Priorität: Chromnickelstahlblech blank, Chromstahlblech verzinnt, Chromnickelstahlblech verzinnt, Aluminiumblech blank, Kupferblech verzinnt.

nicht empfohlen: Unbeschichtete Bleifolien; grossflächige Anwendung bewitterter, blanker Kupfer-, Titanzink- oder verzinkter Stahlbleche ohne Einbau eines geeigneten Metallfilters für die betroffenen Dach- bzw. Fassadenwasser.

Die Vorgabe gilt nur für blanke, d.h. unbeschichtete Bleche. Vorbewitterte Bleche werden den blanken Blechen gleichgestellt.
Grossflächig: Mehr als 10% der Dachfläche oder >50 m2 bewitterte Oberfläche.
Bleifolien sind für Mensch und Umwelt toxisch.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.020

Sockelrohre

Polyethylen PE.

Dampfbremsen

1. Priorität: Kunststoffbahnen

2. Priorität: Polymerbitumenbahn selbstklebend

Oberflächenbehandlung

 

Beschichtung von Klebeflächen für bituminöse Dichtungsbahnen

Bitumenprimer (Bitumenemulsion auf Wasserbasis).

Bitumenemulsion kann nur auf mineralischen Oberflächen sowie Holz/Holzwerkstoffen bei trockener Witterung und auf trockenen Oberflächen verarbeitet werden.
Auf die Verwendung von Bitumenlack sollte aufgrund der starken Umweltbelastung verzichtet werden.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Montagebau als Leichtkonstruktionen

Fassadenbekleidungen und Fassadenmaterialien, Unterkonstruktionen.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen).

Äussere Oberflächenbehandlung

Neubeschichtung: Metalluntergrund.

Eco-BKP 224: Bedachungsarbeiten

 

Steildach

 

Holzauswahl

Holz bzw. Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit FSC-/PEFC-Zertifikat, Herkunftszeichen Schweizer Holz HSH oder gleichwertigem Label.

nicht empfohlen: Hölzer bzw. Holzprodukte aussereuropäischer Herkunft ohne FSC-, PEFC- oder gleichwertiges Label.

Kontrolle der Vorgaben mittels auftragsbezogener Zertifikate und Lieferscheine der Zertifizierungsstellen

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.040

Vorbeugende Behandlung mit Holzschutzmitteln

Sämtliche Bauteile aus Holz und Holzwerkstoffen für Steildach-Unterkonstruktionen bedürfen keiner Behandlung mit Holzschutzmitteln.

Eine Behandlung ist unter normalen Bedingungen nicht erforderlich.

Verlegeunterlagen

1. Priorität: Holzschalung.

2. Priorität: 3-Schicht-Massivholzplatten, poröse vergütete Holzfaserplatten.

Unterlags- und Deckbleche

1. Priorität: Chromnickelstahlblech.

2. Priorität: Kupferblech verzinnt.

nicht empfohlen: Unbeschichtete Bleifolien; grossflächige Anwendung bewitterter, blanker Kupfer-, Titanzink- oder verzinkter Stahlbleche ohne Einbau eines geeigneten Metallfilters für die betroffenen Dach- bzw. Fassadenwasser.

Bleifolien sind für Mensch und Umwelt toxisch.
Die Vorgabe gilt nur für blanke, d.h. unbeschichtete Bleche. Vorbewitterte Bleche werden den blanken Blechen gleichgestellt.
Grossflächig: Mehr als 10% der Dachfläche oder >50 m2 bewitterte Oberfläche.

Minergie-Eco Ausschlusskriterien A2.020, A2.030

Schallabsorption und Schallschutz

Gipskartonplatten als Beschwerungsschichten zur Verbesserung des Schallschutzes.

Unterdächer

1. Priorität: Kunststoffbahnen (Polyolefinbahnen, PE-/PP-Vliese, Polyestervliese), Kraftpapier, Holzschindeln Fichte/Tanne.

2. Priorität: Faserzementplatten, Hartfaserplatten, poröse vergütete Holzfaserplatten, poröse bituminierte Holzfaserplatten.

Dampfbremsen

Kraftpapier, Kunststoffbahnen

Wärmedämmungen

1. Priorität: Ohne Anforderung an die Druckfestigkeit: Steinwolle, Glaswolle geringer Dichte (<40 kg/m3), boratfreier Zellulosedämmstoff.

2. Priorität: Ohne Anforderung an die Druckfestigkeit: Glaswolle mittlerer Dichte (<70 kg/m3); mit Anforderung an Druckfestigkeit: Mineralwolle, lose verlegte Schaumglasplatten, Naturfaserplatten, poröse Holzfaserplatten.

Falls Begehbarkeit erforderlich: Produkte mit Anforderung an Druckfestigkeit wählen.

Deckungsmaterialien

1. Priorität: Tonziegel (ohne Doppel- oder Dreifachdeckungen), Betonziegel, Naturschiefer, Faserzementschiefer, flache/profilierte Faserzementplatte, Holzschindeln.

2. Priorität: Tonziegel (Doppeldeckungen).

Bei Einfachdeckung Holzschindeln verwenden. Doppeldeckungen sind in 2. Priorität, Dreifachdeckungen sind nicht gekennzeichnet.
Für lichtdurchlässige Elemente: Glasziegel.

Profilierte, lichtdurchlässige Kunststoffplatten

Einfachplatten aus Polyester glasfaserverstärkt oder Polycarbonat.

Flachdach

 

Vorbeschichtungen auf Beton

Bitumenemulsion (wasserverdünnbar).

Auf die Verwendung von Bitumenlack sollte aufgrund der starken Umweltbelastung verzichtet werden.

Dampfbremsen

1. Priorität: Kunststoffbahnen.

2. Priorität: Polymerbitumenbahnen lose verlegt oder selbstklebend.

Gemäss SIA-Norm 271 muss bei Begrünungen mit Wasseranstau die Dampfbremse über Massivdecken vollflächig mit der Unterkonstruktion verklebt oder aufgeschweisst sein.
Selbstklebende Polymerbitumenbahnen eignen sich nur zur Verlegung auf Profilblech oder Holz.

Wärmedämmungen für Flachdach ohne Nutzschicht

1. Priorität: Steinwolleplatten, Mineraldämmplatten, EPS (ohne HBCD als Flammschutzmittel).

2. Priorität: Glaswolleplatten, PUR/PIR (halogenfrei).

Ohne Nutzschicht: Druckspannung zwischen 50 und 120 kPa.

Wärmedämmungen für Flachdach mit Nutzschicht

1. Priorität: EPS (ohne HBCD als Flammschutzmittel), Mineraldämmplatten.

2. Priorität: Steinwolleplatten, PUR/PIR (halogenfrei).

Mit Nutzschicht: Druckspannung über 120 kPa.
Dächer mit Photovoltaik-Anlagen sind als Flachdach mit Nutzschicht auszubilden.
Verbunddächer beinhalten deutlich mehr Graue Energie und sollten nur zur Anwendung kommen, wenn sehr hohe Druckfestigkeit gefordert wird oder die Nutzung nicht geregelt ist.

Verbund mit der Unterlage

1. Priorität: Mechanische Befestigung mit Dämmstoffhaltern.

2. Priorität: Lösemittelfreier Kaltkleber (punktweise Befestigung).

Abdichtungen

1. Priorität: Polyolefin-Folie glasvliesbewehrt (TPO/FPO), lose oder lösemittelfrei geklebt; Polymerbitumenbahn 1-lagig ohne chemischen Wurzelschutz, aufgeschweisst (nur auf Betonuntergründe).

2. Priorität: EPDM-Folie, lose oder lösemittelfrei geklebt; Gussasphalt; Flüssigkunststoff (mit max. 1% Lösemittel und ohne umwelt- und gesundheitsrelevante Bestandteile); Polymerbitumenbahnen 2- lagig ohne chemischen Wurzelschutz, lose/aufgeschweisst, 2x aufgeschweisst oder selbstklebend/aufgeschweisst.

Gemäss Norm SIA 271 müssen bituminöse Dichtungsbahnen nur bei begrünten Flachdächern wurzelfest sein.
Abdichtungen aus PMMA-Flüssigkunststoff lassen sich beim Rückbau kaum vom Untergrund trennen.

Dachbegrünung

 

Extensive Dachbegrünung

Erfüllung Mindeststandard gemäss SIA-Norm 312: Schichtstärke von mindestens 8 bis 11 cm Substrat, minimale relevante Wasserrückhaltekapazität von 40 bis 55 l/m2 (genaue Werte jeweils abhängig von der lokalen Jahresniederschlagsmenge).

Systeme, welche das SFG-Label tragen, erfüllen auch die Anforderungen der SIA-Norm 312. Eine Liste der mit dem Label ausgezeichneten Systeme ist bei der Schweiz. Fachvereinigung Gebäudebegrünung (SFG) erhältlich.

Wurzelschutz

Auf Wurzelschutz bei nicht begrünten Dächern verzichten.
Zum Wurzelschutz sind konstruktive Massnahmen beim Schichtenaufbau zu treffen (z.B. TPO-Bahn).

Chemischer Wurzelschutz (Biozide) in Dichtungsbahnen wird ausgewaschen und gefährdet die Umwelt. TPO- u. PVC-Bahnen sind ohne Biozidzusatz wurzelfest.

Substratmischung

Kalkarme Komponenten ohne Mergelanteile (kalkreiche Tone). Substrate mit 10-15% organischer Substanz (kein Torf) bevorzugt mit guter Krümelstruktur, ungleichmässiges Ausbringen des Materials.

Schichtdicke und Nährstoffgehalt sind mit dem Begrünungsziel bzw. Saatgut/Bepflanzung abzustimmen.

Unkrautbekämpfung auf Dächern und Terrassen

Gehölzsämlinge, krautige Pflanzen mit invasivem Potential (z.B. Goldrute, einjähriges Berufskraut etc.) und stark ausläufer- bzw. rhizombildende Pflanzen 1 bis 2-mal jährlich von Hand entfernen.

Gemäss ChemRRV ist die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf Dächern, Terrassen und Wegen verboten.

Bleche für An- und Abschlüsse

 

Metallbleche

1. Priorität: Chromnickelstahlblech, Chromstahlblech verzinnt

2. Priorität: Aluminiumblech blank

nicht empfohlen: Unbeschichtete Bleifolien; grossflächige Anwendung bewitterter, blanker Kupfer-, Titanzink- oder verzinkter Stahlbleche ohne Einbau eines geeigneten Metallfilters für die betroffenen Dach- bzw. Fassadenwasser.

Auf bleihaltige Baustoffe sollte wegen deren Giftigkeit und Umweltbelastung grundsätzlich verzichtet werden.

Minergie-Eco Ausschlusskriterien A2.020, A2.030

Metallprofile

Chromnickelstahl, Aluminium.

Verwertung / Entsorgung

 

Dichtungsbahnen

Bitumen- und Polymerbitumen, Dampfsperren: Verbrennung in KVA.

Bitumen-Gemische (Produktereste)

Entsorgung als Sonderabfall nach VeVA durch Unternehmung.

Dichtungsbahnen aus EPDM, TPO/FPO, PVC

Rückgabe an Herstell- oder Lieferfirma zur Verwertung; sonst Verbrennung in KVA.

Gussasphalt, Mastix

Rückgabe an Herstell- oder Lieferfirma zur Verwertung.

Vogel- und Fledermausschutz

 

Vogelschutz

Von Mauer- oder Alpenseglern benützte Einflugöffnungen und Hohlräume bei Renovationen nicht schliessen; bauliche Massnahmen im Herbst/Winter durchführen.

Fledermausschutz

Bei Bauarbeiten an Objekten, die Fledermäusen als Quartier dienen, sind Schutzmassnahmen in Absprache mit der zuständigen Koordinationationsstelle zum Schutz der Fledermäuse zu treffen.

Alle in der Schweiz vorkommenden Fledermausarten sind geschützt.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Montagebau in Holz

Wärmedämmungen, Winddichtungen, Dampfbremsen.

Spenglerarbeiten

Abdeckungswerkstoffe, Bekleidungen und Deckungen.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Fugenvergussmassen, Vorbehandlung).

Äussere Oberflächenbehandlung

Beschichtungen auf mineralische Untergründe, Holzwerk und Metall.

Eco-BKP 225: Spezielle Dichtungen und Dämmungen

 

Abdichtungen und Montageklebstoffe

 

Abdichten mit Fugendichtungsmasse, Fugenfüllungen mit Fugenvergussmasse, Klebstoffe

Im Innenraum: Produkte mit Emicode EC1 bzw. EC1plus Label oder Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte.
Im Trockenbereich: Fugendichtungsmasse ohne Fungizide.

nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte.

Neutral vernetzende Silikonharz-Produkte können bei der Aushärtung stark gesundheitsgefährdende Substanzen abspalten.
Mechanische Befestigungen sind einer Verklebung vorzuziehen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Verwertung/Entsorgung

 

PCB-haltige Fugendichtungen

Abklärungen, Massnahmen und Arbeitsschritte (fachgerechter Ausbau und Entsorgung) gemäss BUWAL-Richtlinie.
Kittmassen mit einem PCB-Gehalt von über 50 ppm gelten als Sonderabfall und sind nach VeVA zu entsorgen.

In der Schweiz wurden von 1955 bis zirka 1975 PCB-haltige Dichtungsmassen eingesetzt.

Reste von Fugen- und Kittmassen (nicht PCB-haltig)

Nicht ausgehärtet: Entsorgung als Sonderabfall nach VeVA durch Unternehmung; ausgehärtet: Verbrennung in KVA.

Reste von Voranstrichen und Haftreinigern

Entsorgung als Sonderabfall nach VeVA durch Unternehmung.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Baumeisterarbeiten

Wärmedämmungen (Wände, Decken, Perimeter), Abdichtung.

Montagebau in Holz

Wärmedämmungen, Winddichtungen, Dampfbremsen.

Eco-BKP 226: Fassadenputze

 

Allgemeines

 

Schutz der Fassade

Der Feuchtigkeitsanfall auf der Fassade ist durch konstruktive Details (z.B. Vordächer, witterungsbeständige Sockelausbildung) gering zu halten, um eine hohe Nutzungsdauer zu erreichen.

Vorbehandlung Untergrund, Haftschichten

Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbar.

Biozide

Auf Biozide (Algizide, Fungizide) ist zu verzichten.
Systeme mit mineralischem Bindemittel (Zement, Kalk, Trass), mindestens 10 mm Putzdicke und mineralischem Anstrich (Organosilikat-/ 2K-Silikatfarbe) benötigen keine Biozide zur Verhinderung von Algen- oder Pilzbewuchs.

Biozide wirken nur über kürzere Zeit und sind umweltbelastend.

Aussenputze

 

Grund- und Deckputze

Mineralisch gebundene Produkte (zement-, kalk- oder trassgebunden).

Silikat-, Silikonharz- und Kunststoffputze beinhalten eine deutlich höhere Graue Energie.

Wärmedämmputze

Produkte mit Perlit- oder Perlit-/Korkzuschlag.

Produkte mit Aerogel-Zuschlag beinhalten bei gleicher Dämmleistung deutlich mehr Graue Energie als konventionelle Dämmputze.

Verputzte Aussenwärmedämmungen

 

Vorbehandlung Untergrund

Wasserverdünnbarer Tiefgrund (zur Vorbehandlung von stark saugendem Untergrund).

Verputzte Wärmedämmungen

Mineralischer Putzaufbau (Deck- und Grundputz zement-, kalk- oder trassgebunden).

Silikat-, Silikonharz- und Kunststoffputze beinhalten eine deutlich höhere Graue Energie.
In Anlehnung an:

Dämmstoffe

1. Priorität: Steinwolle 90 kg/m3.

2. Priorität: EPS grafitverbessert/grau 15 kg/m3, Steinwolle 120 kg/m3, Mineraldämmplatte 110 kg/m3.

EPS ohne HBCD als Flammschutzmittel.
In Anlehnung an: Eco-devis 342, ECO-Produkteliste

Dämmstoffe im Erdreich

1. Priorität: Schaumglas.

2. Priorität: EPS Perimeterplatten.

EPS ohne HBCD als Flammschutzmittel.

Feuchtigkeitsschutz

Dispersionsspachtel.

Fensterbänke, Schwellen und Sockelabschlüsse

Glasfaserbeton.

Verwertung/Entsorgung

 

Dämmstoffe aus EPS

Verbrennung in KVA.

Dämmstoff-Abfälle von Neubauten können dem Recycling zugeführt werden.

Dämmstoffe aus XPS oder Kork

Verbrennung in KVA.

Dämmstoff-Abfälle von Neubauten können dem Recycling zugeführt werden.

Mineralwolldämmstoffe

Sauber getrenntes Material: Rückgabe an Herstell- oder Lieferfirma zur Verwertung.
Verschmutztes Material: Inertstoffdeponie.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Baumeisterarbeiten

Wärmedämmungen.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen).

Äussere Oberflächenbehandlung

Beschichtungen auf mineralische Untergründe, Biozide, Graffittischutz.

Eco-BKP 227: Äussere Oberflächenbehandlungen

 

Allgemeines

 

Produktauswahl

Für den ganzen Schichtaufbau sind Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte einzusetzen.

Lösemittel (VOC) tragen zum Sommersmog bei.
Auf Verlangen der Bauherrschaft sind die eingesetzten Produkte mit einer VSLF-Produktedeklaration zu deklarieren.

Schutz vor Algen- oder Pilzbewuchs

Der Schutz vor Algen- oder Pilzbewuchs ist mit konstruktiven Mitteln (Vordach, sorptionsfähige Oberflächen etc.) zu gewährleisten.

Biozide oder Nanosilber zur Verhinderung von Algen- oder Pilzbewuchs (Filmkonservierung) gewährleisten nur einen kurzzeitigen Schutz und belasten die Umwelt.

Oberflächen für gute Tageslichtnutzung

Dachuntersichten, Balkonuntersichten, Leibungen, Stürze etc. sind mit hellen Farbtönen zu versehen, um eine gute Tageslichtnutzung im Gebäude zu ermöglichen.

Renovation

Anlaugen mit Salmiaklauge/Laugenpulver (Vorbereitung tragfähiger Altanstriche) oder Abbeizen mit NMP/NEP-freiem Abbeizmittel.

NMP (N-Methyl-2-Pyrrolidon) und NEP (N-Ethyl-2-Pyrrolidon) sind stark gesundheitsgefährdend.

Graffitischutz und -entfernung

 

Untergrund Stein, Beton, Backstein oder Holz

Temporäre Systeme auf Wasserbasis oder ohne Lösemittel (max. 1%), halogen- und biozidfrei (Filmkonservierung).

Eine Grundierung oder Vermischung mit halogenhaltigen Produkten zerstört die positiven ökologischen Eigenschaften des ursprünglichen Systems.

Untergrund Metall oder Glas

Semipermanente oder permanente Systeme auf Wasserbasis oder ohne Lösemittel (max. 1%), halogen- und biozidfrei (Filmkonservierung).

Verputzte und gestrichene Oberflächen

Überstreichfarben

Denkmalgeschützte Bauten

Wasserverdünnbarer, halogen- und biozidfreier Graffitischutz auf Basis von Polysacchariden, Cellulose bzw. PVAc oder mineralische Schutzfarben.

Produkte mit hydrophobierender Wirkung sind nicht komplett reversibel und bergen ein hohes Schadenspotential.

Graffitti-Entfernung (temporäre Systeme)

Graffitti-Entfernung nur mit Hochdruck-Heisswasser ohne Hilfschemikalien. Abwässer dürfen weder ins Meteorwasser noch in Gewässer gelangen.

Verwertung/Entsorgung

 

Malerei- und Lackabfälle

Entsorgung als Sonderabfall nach VeVA durch Unternehmung, getrennt nach Entsorgungscodes.

z.B. Farbreste, Farbpulver, ausgehärtete Farben und Farbpasten, Lösemittel, Pinselreiniger, Farb- und Schmutzschlämme, Ablaugebäder, Ablaugereste, Abbeizpasten, Schleifstaub.

Leere Gebinde

Rücknahme durch Unternehmung, wenn möglich wiederverwenden oder verwerten.

Verschmutztes Wasser aus der Oberflächenbehandlung

Wasser auffangen und gemäss den kantonalen Richtlinien entsorgen.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Montagebau in Stahl

Korrosionsschutzbehandlungen von Stahlkonstruktionen.

Fenster, Aussentüren

Oberflächenbehandlung (Fenster und Türen).

Innere Oberflächenbehandlung

Beschichtungen auf mineralische Baustoffe, Holz und Metall.

Eco-BKP 230: Elektroanlagen

 

Allgemeines

 

Energieverbrauch

Der Elektrizitätsverbrauch für Beleuchtung, Lüftung, Klima und diverse Technik ist im Rahmen des Energiekonzepts zu optimieren. Die Erfassung, Beurteilung und Optimierung erfolgt nach SIA-Norm 380/4.

Für die energetische Beurteilung nach SIA-Norm 380/4 stehen diverse Hilfsmittel bereit.

Aufzugsanlagen

Standard-Personenaufzüge: Energieeffizienzklasse A.

Die Einstufung erfolgt gemäss EN ISO 25745 "Energieeffizienz von Aufzügen, Fahrtreppen und Fahrsteigen ".

Beleuchtung

Der Elektrizitätsverbrauch der Beleuchtung hat den Anforderungen von MINERGIE zu entsprechen.

Lichtemissionen

Die Vorgaben der SIA-Norm 491 sind bei der Planung und dem Bau von Beleuchtungsanlagen zu berücksichtigen.

Lichtemissionen haben negative Effekte auf Natur und Umwelt.

Leitungsführung

Elektroleitungen (Hauptleitungen und Horizontalverteilungen) sind so zu führen, dass sie leicht zugänglich und kontrollierbar sind.

Die Niederspannungs-Installationsnorm NIN legt die Anforderungen an sichere Installationen fest.

Material und Geräte

 

Drähte und Kabel

Isolation und/oder Ummantelung von Elektrodrähten und -kabeln aus halogenfreiem Kunststoff.

Halogenhaltige Materialien sind z.B. PVC, Fluorkunststoffe („Teflon“ etc.) oder andere Kunststoffe, welche halogenierte Flammschutzmittel enthalten.

Rohre, Kanäle, Sicherungs- u. Apparatekästen

Produkte aus halogenfreiem Kunststoff oder aus Metall.

Beschichtungen von Metallteilen müssen ebenfalls halogenfrei sein.

Lampen, Leuchten

MINERGIE-zertifizierte Leuchten.

Liste zertifizierter Leuchten:

Kühl- und Gefriergeräte

Geräte mit Energieetikette Klasse A+++ und HFKW-freiem Kältemittel.

Seit August 2014 müssen neue Kühl- und Gefriergeräte mindestens der Energieeffizienzklasse A++ entsprechen.
Minergie-P und Minergie-A fordern den Einsatz von Bestgeräten. Listen:

Waschmaschinen

1. Priorität: Geräte mit Engergieetikette Klasse A+++, Schleuderwirkung A und Warmwasseranschluss.

2. Priorität: Geräte mit Engergieetikette Klasse A++, Schleuderwirkung A und Warmwasseranschluss.

Warmwasseranschlüsse sind nur sinnvoll, wenn die Warmwasserproduktion mittels erneuerbarer Energie erfolgt.
Mit den drei Klassen (z.B. A+++AB) werden Energieeffizienz, Wasserverbrauch und Schleuderwirkung bewertet.
Seit August 2014 müssen neue Waschmaschinen mindestens der Energieeffizienzklasse A+ entsprechen.
Minergie-P und Minergie-A fordern den Einsatz von Bestgeräten. Listen:

Raumluft-Wäschetrockner

Geräte mit Energiedeklaration Klasse A1.

Minergie-P und Minergie-A fordern den Einsatz von Bestgeräten. Listen:

Wäschetrockner

1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A+++

2. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A++

Natürliche Trocknung bevorzugen.
Seit Januar 2015 müssen neue Wäschetrockner mindestens der Energieeffizienzklasse A+ entsprechen.
Minergie-P und Minergie-A fordern den Einsatz von Bestgeräten. Listen:

Verbrauchsabhängige Kostenabrechnung in der Waschküche

1. Priorität: Card-Systeme.

2. Priorität: Zählerumschaltung mit Kodierschlüssel (nur für stromverbrauchsabhängige Belastung).

Elektromagnetische Felder

 

NIS-Zonenplan

Ein NIS-Zonenplan mit der entsprechenden Raumzuordnung nach Nutzungszonen (A, B) wird für das ganze Gebäude erstellt.

Als Nutzungszonen A gelten Orte, an denen sich vorwiegend Nutzer aufhalten, die als besonders empfindlich eingestuft werden (z.B. Kinderkrippen, -horte, -gärten und -spielplätze, Schlafzimmer, Bettenzimmer). Als Nutzungszonen B gelten Räume, in denen sich Personen regelmässig während längerer Zeit aufhalten.

Hauptleitungen

Die Führung der Hauptleitungen (inkl. Trassen) und Steigzonen sowie die Anordnung von Verteilanlagen und Racks für Starkstrominstallationen erfolgt nicht in Räumen der Nutzungszonen A oder B.

Ein grosser Abstand zu Hauptleitungen und Steigzonen vermindert die Belastung der Gebäudebenutzenden mit nicht ionisierender Strahlung.

Verlegung von Leitungen

Die Verlegung von Leitungen erfolgt in Räumen der Nutzungszonen A in Form von verseilten Kabeln.

Bei verseilten Kabeln nimmt das Magnetfeld mit dem Abstand mindestens quadratisch ab. Es sollen keine einzelnen Drähte und nach Möglichkeit keine Flachbandkabel verwendet werden.

Antennen für Inhouse-Kommunikation

Ortsfeste Sendeantennen für die drahtlose Inhouse-Kommunikation sind nicht in Räumen der Nutzungszonen A oder B installiert.

Die Belastung an nicht ionisierender Strahlung nimmt mit dem Abstand deutlich ab.
Unter die Inhouse-Kommunikation fallen z.B. WLAN-, DECT- oder GSM/HSPA/LTE-Anlagen.

Verwertung / Entsorgung

 

Drähte und Kabel

Zuführung an Spezialfirmen (Kabelrecyclingwerke).

Kühl- und Gefriergeräte

Fachgerechter Ausbau und Verwertung nach dem Konzept der S.EN.S (Stiftung Entsorgung Schweiz) oder Rückgabe an den Fachhandel.

Ältere Kühl- und Gefriergeräte enthalten umweltbelastende Stoffe (FCKW, HFCKW, FKW, chromathaltiges Öl u.a.). Die Rückgabe ist für Endverbraucher kostenlos.

Übrige Elektro-Haushaltgeräte, Entladungs- und Stromsparlampen, Telekommunikations-einrichtungen

Rückgabe an Hersteller, Importeur, Händler oder an eine öffentliche Sammelstelle zur fachgerechten Verwertung nach VREG: kleine Mengen an Zulieferfirma bzw. Fachhandel zurückgeben, grössere Mengen separat sammeln und Spezialfirma übergeben.

Entladungslampen sind z.B. Leuchtstoffröhren od. Metalldampflampen. Batterien und Akkus gelten als Sonderabfall. Die Rückgabe ist für Endverbraucher kostenlos.

Asbesthaltige Elektro-speicherheizgeräte

Demontage asbesthaltiger Elektro-Speicheröfen nur durch Fachpersonen, die bezüglich des Umgangs mit asbesthaltigen Öfen von der SUVA anerkannt wurden.

Elektro-Speicheröfen bis 1977 und einzelne Fabrikate bis 1984 enthalten asbesthaltige Teile.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Schadstoffhaltige Bauteile (Asbestleichtbauplatten, Asbestzementplatten und -formteile, PCB-haltige Bauteile).

Kücheneinrichtungen

Haushaltküchen, Apparate (Backöfen, Geschirrspüler, Dunstabzugshauben, Kaffeemaschinen)

Eco-BKP 240: Heizungsanlagen

 

Allgemeines

 

Heizleitungen

Zugängliche und kontrollierbare Heizleitungsführung (nach Möglichkeit offene Leitungsführung).

Bei gut gedämmten Fassaden und Fenstern können Heizkörper im Türbereich platziert werden, was die Horizontalverteilungen wesentlich reduziert und die offene Leitungsführung erleichtert.

Leitungen, Heizkörper

 

Leitungs- und Apparatedämmung

Dämmmaterialien aus Mineralwolle oder halogenfreien Kunststoffschäumen.

Für Leitungen, Kanäle und Behälter sind die aktuellen kantonalen Vorschriften zu beachten.
Verklebung von Kunststoffschäumen mit Selbstklebeband oder wasserverdünnbarem Kleber.

Ummantelung

Falls Ummantelung erforderlich: Drahtgeflecht, Alu/PET-Verbundfolie, Alu-Folie stucco-geprägt.

Bei Leitungen, die hinter Verkleidungen geführt werden, ist auf eine Ummantelung zu verzichten.

Beschichtungssysteme für Rohre und Heizkörper

1. Priorität: Werkseitige Beschichtung.

2. Priorität: Beschichtung auf der Baustelle ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbar.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Wasser für Heizungsinstallationen

Heizungsinstallationen mit Wasser befüllen, das den Anforderungen der SWKI-Richtlinie BT102-01 entspricht.

Wärmeerzeugung

 

Wärmeerzeuger für Raumwärme und Warmwasser

Wärmepumpen und -boiler, Solarkollektoren: hocheffiziente Geräte mit internationalem Gütezeichen; Holzfeuerungen bis 70 kW Leistung: Geräte mit Qualitätssiegel; Holzfeuerungen über 70 kW Leistung: Geräte, welche die Anforderungen der LRV für Anlagen über 500 kW erfüllen.

Wärmerzeuger müssen korrekt und ohne Reserven dimensioniert werden (Siehe BFE-Merkblatt zur Dimensionierung von Wärmepumpen).
Wärmeerzeugungsanlagen auf Basis nicht erneuerbarer Energie nur zur Spitzenlastabdeckung und Redundanz einsetzen.
Informationen zu Holzfeuerungen, Solarkollektoren, Wärmepumpen:

Arbeitsmittel von Wärmepumpen

Natürliche Arbeitsmittel (CO2, Ammoniak, Wasser; Ethan, Propan, Isobutan, Propen) oder teilhalogenierte Fluor-Olefine (HFO).

Chlorhaltige teilhalogenierte Arbeitsmittel (HFCKW) dürfen nicht mehr hergestellt und in Anlagen nachgefüllt werden. Chlorfreie teilhalogenierte Arbeitsmittel (FKW, HFKW) sind bei Neuanlagen, Umbauten und Erweiterungen verboten.

Montagearbeiten

 

Abdichten bzw. Dämmen von Durchführungen und Hohlräumen

Seiden- oder Mineralfaserzopf, Rundschnur aus Schaumstoff.

nicht empfohlen: Montage- und Füllschäume.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.010

Verwertung/Entsorgung

 

Kältemaschinen und Wärmepumpen mit halogenierten Kältemitteln

Absaugen der Kältemittel (FCKW, HFCKW, FKW, HFKW etc.) durch spezialisierte Firma oder Entsorgungsstelle.

Halogenisierte Kältemittel sind klimaschädlich und/oder Ozonschicht zerstörend.

Ausmauerung Heizkessel

Entsorgung als Sonderabfall nach VeVA.

Heizöltanks

Nach vollständigem Absaugen des Heizöls in Auffanggefässe: Weiterverwendung des Tanks für Wasserhaltung auf Baustellen oder Verwertung im Baustoffhandel (Tank nicht im Boden belassen).

Vor Verwendung von Tanks zur Wasserhaltung müssen diese gründlich gereinigt werden.

Heizkörper

Thermostate demontieren und gesondert behandeln.

Thermostate können Sonderabfall wie z.B. Quecksilber enthalten.

Wasser mit chemischen Zusätzen aus der Entleerung von Heizungsinstallationen

Von der Art der Zusätze abhängige Behandlung des Wassers gemäss den kantonalen Richtlinien.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Schadstoffhaltige Bauteile (asbesthaltige Rohre, Asbestleichtbauplatten, Wärmepumpen etc.); Entsorgung von Dämmungen und Installationsmaterial.

Montagebau in Metall

Korrosionsschutzbehandlungen von Stahlkonstruktionen.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen).

Lüftungs-und Klimaanlagen

Dämmungen von Kälteleitungen.

Innere Oberflächenbehandlung

Abdeckarbeiten, Beschichtungen auf mineralische Baustoffe, Holz und Metall.

Eco-BKP 244: Lüftungs- und Klimaanlagen

 

Allgemeines

 

Energiebedarf

Der Energiebedarf für Lüftung, Klima und diverse Technik ist im Rahmen des Energiekonzepts zu optimieren. Erfassung, Beurteilung und Optimierung erfolgen nach SIA-Norm 380/4 bzw. SIA-Norm 382/2 (für klimatisierte Gebäude).

Für die Beurteilung nach SIA-Norm 380/4 bzw. SIA-Norm 382/2 stehen diverse Hilfsmittel bereit.

Lüftungskonzept

Lüftungskonzept nach SIA-Norm 180, in dem nachzuweisen ist, dass die Lufterneuerung und die Raumluftqualität auch bei einer dichten Gebäudehülle sichergestellt werden kann.
Die Anforderungen der SIA-Norm 382/1 bzw. SIA-Merkblatt 2023 (Wohnbauten) sind bei mechanisch belüfteten Gebäuden zu berücksichtigen.

Leitungsführung

Zugängliche, kontrollierbare und reinigungsfreundliche Leitungsführung für Zu- und Abluftanlagen (nach Möglichkeit offene Leitungsführung).
Aussenluftansaugöffnungen sind so zu platzieren, dass möglichst keine negative Beeinflussung der Ansaugluft durch lokale Emissionsquellen (Fortluft, Rauchgase, Geruchsquellen, verkehrsreiche Strassen, Radon etc.) erfolgt.

Um kein Radon anzusaugen, darf die Aussenluft nicht aus dem Erdreich oder aus Bodennähe angesogen werden. Die Anlage ist so zu konzipieren, dass gegenüber unbeheizten Räumen kein Unterdruck erzeugt wird.
Flexible Rohrmaterialien haben eine glatte Innenhaut (Liner) aufzuweisen, da sie ansonsten nicht ausreichend gereinigt werden können.

Klima-Kälte

Die Kühlung mit erneuerbaren Energien (Freecooling, adiabatische Kühlung, Nachtauskühlung, passive Systeme mit Grundwasser oder Erdsonden) sind dem Betrieb mit Kältemaschinen vorzuziehen. Für die Dimensionierung der Anlage ist der effektive maximale Bedarf (unter realistischen Annahmen für die Gleichzeitigkeit) massgebend.

Arbeitsmittel von Kältemaschinen

Natürliche Kältemittel (CO2, Ammoniak, Wasser; Ethan, Propan, Isobutan, Propen) oder teilhalogenierte Fluor-Olefine (HFO).

Chlorhaltige teilhalogenierte Arbeitsmittel (HFCKW) dürfen nicht mehr hergestellt und in Anlagen nachgefüllt werden. Chlorfreie teilhalogenierte Arbeitsmittel (FKW, HFKW) sind bei Neuanlagen, Umbauten und Erweiterungen ab bestimmten Kälteleistungen verboten.

Luftfilter

Luftfilter der Energieeffizienzklasse A+ oder A mit Holzrahmen.

Abnahme

Vor Bezug des Gebäudes hat nach der Einregulierung und Erstreinigung eine Abnahme der Anlage zu erfolgen.

Hygiene im Betrieb

Lüftungs- und Klimaanlagen sind regelmässig zu warten und zu reinigen. Dabei sind die entsprechenden Vorgaben aus der SWKI-Richtlinie VA104-01 nach Möglichkeit zu beachten.

Leitungen, Kanäle

 

Dämmung von Leitungen, Kanälen und Apparaten (Lüftungsanlagen)

Dämmmaterialien aus Mineralwolle.

Dämmstärken gemäss den kantonalen Bestimmungen oder grösser. Verklebung von kaschierten Mineralwollmatten mit Selbstklebeband.

Dämmung von Leitungen und Apparaten (Kälteanlagen)

Dämmmaterialien aus halogenfreien Kunststoffschäumen.

Dämmstärken gemäss den kantonalen Bestimmungen oder grösser. Verklebung von Kunststoffschäumen mit Selbstklebeband oder wasserverdünnbarem Kleber.

Ummantelung

Falls Ummantelung erforderlich: Drahtgeflecht, Alu/PET-Verbundfolie, Alu-Folie stucco-geprägt.

Bei Leitungen, die hinter Verkleidungen geführt werden, ist auf eine Ummantelung zu verzichten.

Verwertung/Entsorgung

 

Luftbehandlungs-Apparate und Klimageräte

Fachgerechte Verwertung nach VREG.

Luftfilter

Filtermedium: Verbrennung in KVA; Rahmen aus Kunststoff, Karton oder Holz: Verbrennung in KVA; Rahmen aus Metall: Metallrecycling.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Schadstoffhaltige Bauteile (asbesthaltige Rohre, Asbestleichtbauplatten).

Montagebau in Metall

Vorbehandlungen (Korrosionsschutz).

Heizungsanlagen

Arbeitsmittel von Wärmepumpen, Verwertung/Entsorgung von Kältemaschinen.

Eco-BKP 250: Sanitäranlagen

 

Allgemeines

 

Sparsamer Wasserhaushalt

Ein Konzept für den sparsamen Wasserhaushalt ist bereits im Rahmen des Baukonzeptes zu entwickeln (z.B. anhand SIA-Merkblatt 2026).

Auslegung Warmwasseranlage

Die Auslegung und die Ausstosszeiten der Warmwasseranlage entsprechen den Anforderungen der SIA-Norm 385/2.

Leitungsführung

Zugängliche und kontrollierbare Leitungsführung (nach Möglichkeit offene Leitungsführung).

Legionellen

In Gebäuden mit mittlerem und hohem Risiko (gemäss SIA-Norm 385/1, 3.1) muss das Trinkwasser, das bei einer Temperatur von 25°C bis 50°C während mehr als 24 Stunden nicht genutzt wird, während einer Stunde auf mehr als 60°C erwärmt werden können. In Gebäuden mit geringem Risiko wird dies nur empfohlen.
Die Warmwasserversorgung ist so auszulegen, dass 60°C am Ausgang des Wassererwärmers, 55°C in den warm gehaltenen Leitungen und 50°C an den Entnahmestellen erreicht werden können.
Warmwasserbehälter müssen regelmässig gereinigt und entkalkt werden. Sie haben dafür geeignete Öffnungen aufzuweisen.
Kaltwasserleitungen sind so zu installieren und zu dämmen, dass eine Kaltwassertemperatur von höchstens 20°C erreicht wird.
Im Warmwasserverteilsystem darf keine unbenutzte Leitung vorhanden sein, die mit Wasser gefüllt ist. Selten benutzte Entnahmestellen müssen regelmässig gespült werden.

Mittleres Risiko: Spitäler ohne Intensivstation, Alters-, Kranken- und Pflegeheime, Kindergärten und –Krippen, Schulhäuser mit Turnhalle, Hallenbäder, Heime und Gefängnisse;
Geringes Risiko: Kantinen, Schulhäuser, Wohn- und Bürogebäude (ohne EFH's).
Bei Kaltwasserleitungen ist eine Erwärmung durch parallel laufende Warmwasser- oder Heizungsleitungen zu vermeiden.
Unbenutzte Leitungen entstehen vor allem bei der nachträglichen Stilllegung von Entnahmestellen.

Wasserqualität, Trinkwasserhygiene

Wasserqualität ermitteln (pH-Wert, Wasserhärte, Chlorid- und Sulfatgehalt u.a.) als Entscheidungsgrundlage zur Material- und Systemwahl der Trinkwasserrohre.
Um die Hygiene zu gewährleisten, ist die Installation so zu planen und zu betreiben, dass Stagnation vermieden wird und das Trinkwasser regelmässig erneuert wird (z.B. mit Hygienespülungen).

Rohre aus Kupfer oder verzinktem Stahl können Schwermetalle an das Trink- bzw. Abwasser abgeben.

Neuinstallationen

 

Versorgungsleitungen

Leitungen mit Klemm-, Steck-, Press- oder Schweissverbindungen.
Hausanschlüsse: Polyethylenrohre (PE)
Kellerverteilung/Steigleitungen: nichtrostende Stähle, Metallverbundrohre (PE/Alu/PE), Polybuten (PB) mit Tragschale.
Stockwerksverteilung:

1. Priorität: Polybuten (PB), Polypropylen (PP)

2. Priorität: vernetztes Polyethylen (PE-X), Metallverbundrohre (PE/Alu/PE), nichtrostende Stähle (CNS)

Kunststoffrohre dürfen keine umweltrelevanten Bestandteile enthalten (produktabhängig, anhand SIA Deklarationsraster 493.13 zu überprüfen).

Entsorgungsleitungen

1. Priorität: Polypropylen PP.

2. Priorität: Polyethylen PE, nichtrostene Stähle (Spezialanwendungen).

Kunststoffrohre und Rohre aus nichtrostendem Stahl benötigen gegenüber Gussrohren deutlich weniger Herstellungsenergie.

Schallgedämmte Entsorgungsleitungen

1. Priorität: Polypropylen PP mineralstoffverstärkt.

2. Priorität: Polyethylen PE mineralstoffverstärkt, Nichtrostende Stähle (Spezialanwendungen).

nicht empfohlen: Bleihaltige Schalldämm-Matten.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.030

Schalldämmung von Armaturen und Apparaten

Alle fest montierten Sanitärapparate werden mit Schallschutz-Sets befestigt. Die Auslaufarmaturen entsprechen der Geräuschklasse 1.

Installationen ausserhalb der Zonen für den ständigen Aufenthalt von Menschen und frei aufgestellte Geräte fallen nicht unter diese Vorgabe.

Dämmung von Sanitärinstallationen (Wärme, Schwitzwasser und Schall)

Warmwasser-Installationen: Mineralwolle oder halogenfreie Kunststoffschäume.
Kaltwasser-Installationen: Halogenfreie Kunstoffschäume.
Entsorgungsleitungen: Halogenfreie Kunststoffschäume.

nicht empfohlen: Bleihaltige Schalldämm-Matten.

Bei der Dimensionierung sind die kantonalen Wärmedämmvorschriften zu beachten. Zur Verklebung sind Kleber ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Kleber zu verwenden.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.030

Ummantelung

Nur ummanteln, wenn erforderlich; dann: Alu gitternetzverstärkt oder Alu/PET-Folie.

Armaturen und Apparate

Waschtischarmaturen mit der Energieetikette Klasse A oder WELL-Label Klasse A, Duscharmaturen und Brausen mit der Energieetikette Klasse A oder B oder WELL-Label Klasse A oder B.
Stark frequentierte Anlagen: Waschtischarmaturen mit Annäherungs-Automatik und Stromverbrauch <0.3 W, zeitgesteuerte Duscharmaturen.

Die Energieetikette bewertet den Energieverbrauch, das WELL-Label zusätzlich den Komfort.
Listen wassersparender Armaturen und Duschbrausen:

WC- und Urinal-Spülsysteme

WC-Spülsysteme mit WELL-Label Klasse A oder 2-Mengen-Spülung (Spülmenge gross: 6 Liter, Spülmenge klein: max. 3 Liter).
Wasserlose Urinalanlagen, 1-Liter-Urinale oder Urinal-Spülsysteme mit WELL-Label Klasse A.

Bei Inbetriebnahme von WC-Spülsystemen ist das Spülventil auf die korrekte Spülmenge einzustellen.

Badewannen- und Duschentassenträger

Systeme bzw. Produkte ohne Verwendung von Montageschaum.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.010

Sanierung

 

Verrostete Trinkwasserleitungen

Aufputzleitungen: Rohre auswechseln.
Unterputzleitungen: Spezialfirma für Entrostung und Beschichtung beauftragen.

Verkalkte Trinkwasserleitungen

Zuerst genau prüfen, wo es Kalkablagerungen gibt, evtl. an einer Stelle die Rohrleitung auftrennen. Falls die Leitungen wirklich entkalkt werden müssen: unbedingt Spezialfirma beauftragen. Siebe, Boiler etc. sind mit üblichem Haushaltentkalker zu behandeln.

Bei unsachgemässer Behandlung kann das Leitungsmaterial beschädigt werden.

Montage, Abdeckarbeiten

 

Abdichten bzw. Dämmen von Durchführungen und Hohlräumen

Seiden- oder Mineralfaserzopf, Rundschnur aus Schaumstoff.

nicht empfohlen: Montage- und Füllschäume.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.010

Abdichten mit Fugendichtungsmasse

Im Innenraum: Produkte mit Emicode EC1 bzw. EC1plus Label oder Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte.
Im Trockenbereich: Produkte ohne Fungizide.

nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte.

Neutral vernetzende Silikonharz-Produkte können bei der Aushärtung stark gesundheitsgefährdende Substanzen abspalten.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Verwertung/Entsorgung

 

Metallverbundrohre

Verwertung über Baustoffhandel.

Kunststoffrohre

Verwertung von sauberem Material durch kunststoffverarbeitende Betriebe.

Liste der Kunststoffrecycling-Betriebe:

Waschbecken, Badewannen, Duschen, Toiletten

1. Priorität: Wiederverwendung über Bauteilbörse.

2. Priorität: Keramik: Inertstoffdeponie; Metalle: Verwertung via Baustoffhandel; Kunststoff: Verbrennung in KVA.

Wassererwärmer

Ohne Trennung auf der Baustelle: fachgerechte Verwertung nach VREG (keine Rücknahmepflicht durch Hersteller, Importeure oder Händler); sonst: Entsorgung von Dämmstoff und Metallteilen siehe oben.

Feuerlöschgeräte und -anlagen mit Halon

Spezialentsorgung oder Verwertung durch Herstell- bzw. Lieferfirma.

Halon ist ein Gas, welches zum Ozonschichtabbau und zum Treibhauseffekt beiträgt.

Reste von Entrostern und Frostschutzmitteln

Falls Sonderabfall (produkteabhängig): Entsorgung gemäss VeVA; ansonsten Entsorgung gemäss den kantonalen Richtlinien.

Bleifolien

Verwertung über Baustoffhandel.

Elektronische Komponenten

Fachgerechte Entsorgung nach VREG (keine Rücknahmepflicht durch Hersteller, Importeure oder Händler)

z.B. elektronische Steuerungen von WC-Anlagen, Urinalen, Waschtischarmaturen, Duschen etc.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen).

Elektroanlagen

Haushaltgeräte (Kühl- und Gefriergeräte, Waschmaschinen, Wäschetrockner etc.).

Kücheneinrichtungen

Küchenmöbel, Haushaltgeräte (Backöfen, Kühl- und Gefriergeräte, Geschirrspüler, Dunstabzugshauben, Kaffeemaschinen)

Schreinerarbeiten

Küchenmöbel: Schränke, Flächenbeläge.

Eco-BKP 258: Kücheneinrichtungen

 

Holz und Holzwerkstoffe

 

Holzauswahl

Holz bzw. Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit FSC-/PEFC-Zertifikat, Herkunftszeichen Schweizer Holz HSH oder gleichwertigem Label.

nicht empfohlen: Hölzer bzw. Holzprodukte aussereuropäischer Herkunft ohne FSC-, PEFC- oder gleichwertiges Label.

Kontrolle der Vorgaben mittels auftragsbezogener Zertifikate und Lieferscheine der Zertifizierungsstellen

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.040

Formaldehyd-Emissionen

Einsatz von Holzwerkstoffen mit formaldehydfreier Verleimung, mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,02 ppm oder mit allseitig aufgebrachter diffusionsdichter Beschichtung.

An exponierten Stellen mit erhöhten Temperaturwerten und im Feucht-/Nassbereich formaldehydfrei verleimte Platten oder Platten mit diffusionsdichter Beschichtung verwenden mit Eignung für den entsprechenden Anwendungsbereich. Produkt nicht durch Schlitzung modifizieren.

nicht empfohlen: Holzwerkstoffe mit einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration >0,03 ppm, Akustikplatten mit formaldehydhaltiger Verleimung.

Detaillierte Anwendungsempfehlungen und geeignete Produkte sind in der Lignum-Liste aufgeführt. Holzwerkstoffe mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration = 0,03 ppm können bei 3 von 6 Raumoberflächen bzw. 50% der Raumoberflächen eingesetzt werden.

Formaldehydfreie Leimsysteme sind PMDI, PU/PUR und PVAc. Formaldehydhaltige Leimsysteme sind UF, MUF, und PF.

Eine Belegung oder Beschichtung der Oberfläche vermindert die Formaldehyd-Emissionen. Geeignet sind z.B. Melaminharzfolien oder CPL/HPL-Platten.

Reihenlochbohrungen für Tablarträger oder Schnittkanten haben einen geringen Einfluss auf die Formaldehydausgasung.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Klebstoffe für die Belegung

Es sind formaldehydfreie Klebstoffe (z.B. Produkte auf Basis von PVAc) zu verwenden.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Haushaltküchen

 

Küchenmöbel

1. Priorität: Möbel aus Massivholz.

2. Priorität: Möbel aus Spanplatten.

Oberflächen Spanplatten melaminharzbeschichtet, kunstharzbeschichtet, lackiert oder furniert. Produkte für Oberflächenbehandlungen ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbar.
Möbel aus Stahlblech beinhalten deutlich mehr Graue Energie als die empfohlenen Varianten.

Arbeitsplatten

1. Priorität: Massivholzplatten, Holzwerkstoff mit Kunstharzoberfläche.

2. Priorität: Chromstahlblech 1.2 mm.

Arbeitsplatten aus Kompositwerkstoff oder aus Naturstein beinhalten wesentlich mehr Graue Energie als die empfohlenen Varianten.
Natursteine: europäischer Herkunft oder mit Fair Stone, Xertifix oder gleichwertigem Nachweis.

Apparate und Armaturen

 

Backöfen

Geräte mit Energieetikette Klasse A.

Seit Januar 2015 müssen neue Backöfen mindestens der Energieeffizienzklasse A entsprechen.
Informationen zur Energieetikette und
Liste energieeffizienter Geräte:

Kühl- und Gefriergeräte

Geräte mit Energieetikette Klasse A+++ und HFKW-freiem Kältemittel.

Seit August 2014 müssen neue Kühl- und Gefriergeräte mindestens der Energieeffizienzklasse A++ entsprechen.
Minergie-P und Minergie-A fordern den Einsatz von Bestgeräten. Listen:

Geschirrspüler

1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A+++, Trocknungswirkung A und Warmwasseranschluss.

2. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A++, Trocknungswirkung A und Warmwasseranschluss.

Warmwasseranschlüsse sind nur sinnvoll, wenn die Warmwasserproduktion mittels erneuerbarer Energie erfolgt.
Mit den drei Klassen (z.B. A+++AB) werden Energieeffizienz, Wasserverbrauch und Trocknungswirkung bewertet.
Seit August 2014 müssen neue Geschirrspüler mindestens der Energieeffizienzklasse A+ entsprechen.
Minergie-P und Minergie-A fordern den Einsatz von Bestgeräten. Listen:

Dunstabzugshauben

1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A+.

2. Priorität: Geräte der Energieetikette Klasse A.

Energieeffiziente Dunstabzugshauben zeichnen sich durch einen guten Wirkungsgrad des Ventilators und eine stromsparende LED-Beleuchtung aus.

Armaturen

Spültischarmaturen mit der Energieetikette Klasse A oder WELL-Label Klasse A.

Die Energieetikette bewertet den Energieverbrauch, das WELL-Label zusätzlich den Komfort.
Listen wassersparender Armaturen und Duschbrausen:

Kaffeemaschinen

1. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A+++.

2. Priorität: Geräte mit Energieetikette Klasse A++.

Liste energieeffizienter Geräte:

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Fenster, Aussentüren

Montage.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Fugenvergussmassen, Vorbehandlungen).

Elektroanlagen

Installationen, Verwertung von Altgeräten.

Sanitäranlagen

Legionellen, Wasserqualität, Ver- und Entsorgungsleitungen, Leitungsdämmungen, Sanierungen, Entsorgung von Installationsmaterial.

Bodenbeläge

Unterlagsböden, Bodenbeläge, Reinigung

Innere Oberflächenbehandlung

Beschichtungen auf Holzwerk.

Eco-BKP 271: Gipserarbeiten

 

Innenputze und Stukkaturen

 

Grund- und Isolierbeschichtungen

Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A bis D oder Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte.

Grund-, Einschicht- u. Deckputze

Mineralisch gebundene Produkte (Lehm-, Gips-, Kalk- oder Zementputze).

Silikat-, silikonharz- oder kunststoffgebundene Produkte beinhalten deutlich mehr Graue Energie. Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A bis D sind emissionsarm.

Spachtelungen

Lehm, Gips- oder Zementspachtelung.

Kunststoff- und Spritzspachtelungen enthalten deutlich mehr Graue Energie und können Lösemittel enthalten.

Wärmedämmputze

Produkte mit Perlit- oder Perlit-/Korkzuschlag.

Produkte mit Aerogel-Zuschlag beinhalten bei gleicher Dämmleistung deutlich mehr Graue Energie als konventionelle Dämmputze.

Akustikputze

Akustikputzsysteme dürfen kein Formaldehyd oder Formaldehyd abspaltende Substanzen enthalten.

Akustikputze haben systembedingt grosse Oberflächen, über welche allfällig enthaltenes Formaldehyd abgegeben werden kann.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Trockenbau Wände

 

Ständerwände

1. Priorität: Einfache oder doppelte Ständerwände mit Mineralwolle und einfacher oder doppelter Beplankung aus dünnen Gipsplatten.

2. Priorität: Einfache Ständerwände mit Mineralwolle und einfacher Beplankung mit dickeren Gipsplatten. Einfache oder doppelte Ständerwände mit Mineralwolle und einfacher Beplankung mit Wandbauplatten.

Detaillierte Empfehlungen siehe

Vorsatzschalen

1. Priorität: Ständer mit Mineralwolle und einfacher Beplankung mit dünnen Gipsplatten.

2. Priorität: Ständer mit Mineralwolle und einfacher Beplankung mit dickeren Gipsplatten oder dünnen Hartgipsplatten.

Detaillierte Empfehlungen siehe

Wandbekleidungen

1. Priorität: Holzrost mit ein- oder zweilagiger Beplankung aus dünnen Gipsplatten, dünne Gipsplatte direkt auf Wand.

2. Priorität: Metallunterkonstruktion mit ein- oder zweilagiger Beplankung aus dünnen Gipsplatten, dicke Gipsplatte direkt auf Wand, Holzrost oder Metallunterkonstruktion mit Wandbauplatte, Wandbauplatte direkt auf Wand.

Detaillierte Empfehlungen siehe

Wärme- und Schalldämmung, Dampfbremsen und -Sperren

 

Formaldehydemissionen

Im Innenraum verwendete Dämmstoffe dürfen keine formaldehydhaltigen Bindemittel enthalten.

Dämmstoffe mit formaldehydhaltigem Bindemittel können zu einer Belastung der Innenraumluft mit Formaldehyd führen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Lungengängige Fasern

Mineralfaserdämmstoffe dürfen mit der Raumluft nicht direkt in Verbindung stehen (lungengängige Fasern).

Bei gelochten oder geschlitzten Platten ist ein Rieselschutz (z.B. Faservlies) vorzusehen.

Dämm- und Putzträgerplatten

1. Priorität: Steinwollplatte, Glaswollplatte, Mineraldämmplatte.

2. Priorität: Weichfaserplatte, Schaumglasplatte, EPS (ohne HBCD als Flammschutzmittel).

Mehrschichtige Verbundplatten (z.B. Holzwolle mit EPS oder EPS mit PUR) sind in der Entsorgung problematisch.
XPS-Platten können Aceton emittieren.

Schwerfolien

Viskoseelastische Schwerfolie auf Bitumenbasis.

nicht empfohlen: Bleihaltige Produkte.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.030

Verwertung / Entsorgung

 

Gipsbestandteile

Gipsbestandteile im Abbruchgut sind möglichst getrennt zu erfassen. Bei mechanischer Befestigung ist Wiederverwendung unter Umständen möglich; sonst Rückgabe an die Gipsindustrie oder Inertstoffdeponie, sofern die organischen Bestandteile max. 5 Gew.-% ausmachen.

Vollgipsplatten ohne Beschichtung mit Tapeten, Folien oder keramischen Platten und ohne Verunreinigungen mit Metall, Kunststoff etc. können in der Schweiz dem Recycling zugeführt werden.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlungen).

Fassadenputze

Verputzte Wärmedämmungen, Dämmstoffe.

Innere Oberflächenbehandlung

Beschichtungen auf mineralische Untergründe.

Eco-BKP 273: Schreinerarbeiten

 

Holz und Holzwerkstoffe

 

Holzauswahl

Holz bzw. Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit FSC-/PEFC-Zertifikat, Herkunftszeichen Schweizer Holz HSH oder gleichwertigem Label.

nicht empfohlen: Hölzer bzw. Holzprodukte aussereuropäischer Herkunft ohne FSC-, PEFC- oder gleichwertiges Label.

Kontrolle der Vorgaben mittels auftragsbezogener Zertifikate der Zertifizierungsstellen und Lieferscheinen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.040

Formaldehyd-Emissionen

Einsatz von Holzwerkstoffen mit formaldehydfreier Verleimung, mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,02 ppm oder mit allseitig aufgebrachter diffusionsdichter Beschichtung.

An exponierten Stellen mit erhöhten Temperaturwerten und im Feucht-/Nassbereich formaldehydfrei verleimte Platten oder Platten mit diffusionsdichter Beschichtung verwenden mit Eignung für den entsprechenden Anwendungsbereich. Produkt nicht durch Schlitzung modifizieren.

nicht empfohlen: Holzwerkstoffe mit einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration >0,03 ppm, Akustikplatten mit formaldehydhaltiger Verleimung.

Detaillierte Anwendungsempfehlungen und geeignete Produkte sind in der Lignum-Liste aufgeführt. Holzwerkstoffe mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,03 ppm können bei 3 von 6 Raumoberflächen bzw. 50% der Raumoberflächen eingesetzt werden.

Formaldehydfreie Leimsysteme sind PMDI, PU/PUR und PVAc. Formaldehydhaltige Leimsysteme sind UF, MUF, und PF.

Eine Belegung oder Beschichtung der Oberfläche vermindert die Formaldehyd-Emissionen. Geeignet sind z.B. Melaminharzfolien oder CPL/HPL-Platten.

Reihenlochbohrungen für Tablarträger oder Schnittkanten haben einen geringen Einfluss auf die Formaldehydausgasung.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Klebstoffe für die Belegung

Es sind formaldehydfreie Klebstoffe (z.B. Produkte auf Basis von PVAc) zu verwenden.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Materialwahl für Bauteile mit roher, beschichteter oder gestrichener Oberfläche

1. Priorität: Massivholz, 1- oder 3-Schicht Massivholzplatte, Tischlerplatte; Weichfaserplatte (nur roh).

2. Priorität: Tispan, Spanplatten, Sperrholz.

MDF beinhaltet deutlich mehr graue Energie als Massivholz- oder Spanplatten.
Bei Holzwerkstoffen Formaldehydemissionen beachten.

Schränke aus Holz und Holzwerkstoffen

1. Priorität: 1- oder 3-Schicht Massivholzplatte.

2. Priorität: Spanplatte roh oder furniert, Spanplatte einblattbeschichtet, Spanplatte mit Korklinoleum oder mit HPL/CPL belegt, Sperrholzplatten.

MDF beinhaltet deutlich mehr graue Energie als Massivholz- oder Spanplatten.
Bei Holzwerkstoffen Formaldehydemissionen beachten.

Innentüren

Rahmentüren, Stahlzargentüren, Futtertüren mit Türblatt aus Holz oder Holzwerkstoffen.

Alutüren beinhalten deutlich mehr graue Energie als Innentüren aus Massivholz oder Holzwerkstoffen.
Bei Holzwerkstoffen Formaldehydemissionen beachten.

Schalldämmfolien

Schwerfolie auf bituminöser Basis.

nicht empfohlen: Bleihaltige Schalldämm-Folien.

Auf bleihaltige Baustoffe sollte wegen deren Toxizität und Umweltbelastung grundsätzlich verzichtet werden.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.030

Chemischer Holzschutz

 

Einsatz von Holzschutzmitteln

nicht empfohlen: Einsatz von Holzschutz- oder Schädlingsbekämpfungsmitteln in Innenräumen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.020

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Fenster, Aussentüren

Montage.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Fugenvergussmassen, Vorbehandlungen).

Haushaltküchen

Korpusse, Fronten, Arbeitsplatten, Spülbecken

Innere Oberflächenbehandlung

Beschichtungen auf Holzwerk.

Eco-BKP 281: Bodenbeläge

 

Verlegewerkstoffe

 

Grundierungen, Spachtelungen, Voranstriche, Klebstoffe

Produkte mit Emicode EC1 / EC1 plus Label oder Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte.

nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte.

Emicode EC1: Produkt-Kennzeichnungssystem für sehr emissionsarme Verlegewerkstoffe.
Die Minergie-Anwendungshilfe Lösemittel erlaubt die Beurteilung von lösemittelhaltigen Systemen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Unterlagsböden, Zementüberzüge

 

Ausgleichsschichten

1. Priorität: Blähperlit Dichte < 100 kg/m3, Bimssteingranulat, Schaumbeton.

2. Priorität: Leichtbeton mit EPS-Zuschlag, Leichtbeton mit Blähton-Zuschlag, Schaumstoffplatten EPS (ohne HBCD).

EPS-Zuschlag: nach Möglichkeit EPS-Schrot aus Post-Consumer-Recycling und ohne HBCD.

Dampfbremsen

Lose verlegte Polymerbitumen-Dichtungsbahn EVA.

Lose, einlagige Abdichtungen enthalten weniger Graue Energie als doppellagige oder vollflächig aufgeklebte Varianten.

Wärmedämmung

1. Priorität: Steinwolleplatten, Glaswolleplatten, EPS-Platten Dichte 20 kg/m3 (ohne HBCD)

2. Priorität: EPS-Platten Dichte 30 kg/m3 (ohne HBCD), Schaumglasplatten, PUR/PIR-Platten (halogenfrei).

XPS-Platten können Aceton emittieren.

Unterlagsböden

1. Priorität: Calciumsulfatestrich, Calciumsulfat-Fliessestrich (Anhydrit), Zementestrich, Schnell-Zementestrich.

2. Priorität: Hartbeton.

Calciumsulfat- und Zementestrich: ohne umweltrelevante Bestandteile nach SIA-Empfehlung 493.
Faserarmierungen sind für das Recycling und die Entsorgung nicht relevant.

Bewehrungen

Bewehrungen aus Kunststofffasern, Metallnetze.

Mörtelzusatzmittel

Produkte mit FSHBZ-Gütesiegel verwenden.

Mörtelzusatzmittel sind teilweise stark umweltgefährdend. Liste der FSHBZ-zertifizierten Produkte siehe

Härtezusätze bei Zementüberzügen

Quarzsand, Kunstharzmörtel auf Wasserbasis.

Beläge aus Holz, Kork und Laminat

 

Holzauswahl

Holz bzw. Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit FSC-/PEFC-Zertifikat, Herkunftszeichen Schweizer Holz HSH oder gleichwertigem Label.

nicht empfohlen: Hölzer bzw. Holzprodukte aussereuropäischer Herkunft ohne FSC-, PEFC- oder gleichwertiges Label.

Kontrolle der Vorgaben mittels auftragsbezogener Zertifikate der Zertifizierungsstellen und Lieferscheinen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.040

Formaldehyd-Emissionen

Einsatz von Mehrschichtparkett mit formaldehydfreier Verleimung, mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration von max. 0,02 ppm oder mit allseitig aufgebrachter diffusionsdichter Beschichtung.

Detaillierte Anwendungsempfehlungen und geeignete Produkte sind in der Lignum-Liste aufgeführt.

Formaldehydfreie Leimsysteme sind PMDI, PU/PUR und PVAc. Formaldehydhaltige Leimsysteme sind UF, MUF, und PF.

Als diffusionsdichte Beschichtung gilt eine Beschichtung (Siegel) mit Auftragsmengen von mind. 150g/m2 und die vollflächige Verklebung mit dem Untergrund.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Unterlagsböden aus Platten

Weichfaserplatten.

Lose Verlegung ist zu bevorzugen.

Trockenschüttungen

Rein mineralische Materialien wie Vermiculit wasserglasbehandelt, Steinwolle-Feingranulat, Porenbetongranulat.

Bodenbeläge (Objektbereich)

1. Priorität: Massivparkett Eiche, Stirnholzparkett.

2. Priorität: Hochkant-Lamellenparkett, Holzpflasterboden.

Klickböden beinhalten bezogen auf ihre Lebensdauer deutlich mehr Graue Energie.

Bodenbeläge (Wohnbereich)

1. Priorität: Klebeparkett, Massivparkett Eiche, Riemenboden Fichte/Tanne.

2. Priorität: Mehrschichtparkett (Trägerplatte Massivholz), Korkparkett.

Die Anforderungen im Wohnbereich sind tiefer als im Objektbereich.
Klickböden beinhalten bezogen auf ihre Lebensdauer deutlich mehr Graue Energie.

Oberflächenbehandlung (Siegel)

1. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A bis B oder Produkte ohne Umwelt-Etikette, sofern ein gleichwertiger Nachweis vorliegt.

2. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie C oder Produkte ohne Umwelt-Etikette, sofern ein gleichwertiger Nachweis vorliegt.

nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte oder Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie E bis G.

Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A bis D erfüllen die Minergie-Eco Ausschlusskriterien.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Oberflächenbehandlung (Bodenöle)

Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte.

nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte.

Auch natürliche Lösemittel wie Terpentin oder Zitrusschalenöle können zu gesundheitlichen Belastungen führen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Oberflächenbehandlung (Holzstaubbindemittel)

Wasserverdünnbare Produkte.

nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Beläge aus Linoleum, Kunststoff, Textilien und dgl.

 

Unterlagsböden aus Platten

Holzfaserhartplatten.

Bodenbeläge (Wohn- und Objektbereich)

1. Priorität: Linoleum, Korklinoleum; Teppich aus Schafwolle, Kokos oder Sisal mit Rücken aus Naturlatex, Jute oder Hanf (jeweils ohne Mottenschutzmittel/Permethrin oder mit GuT-Label).

2. Priorität: Synthetische thermoplastische Polyolefin-Beläge (TPO), PVC-Beläge (sofern ohne umweltrelevante Bestandteile); Teppich aus Schafwolle mit synthetischem Rücken (Synthesekautschuk/Polyurethan, jeweils ohne Mottenschutzmittel/Permethrin oder mit GuT-Label).

Aus Sicht der Hygiene sind glatte, reinigungsfreundliche Beläge vorteilhaft.
Die lose Verlegung oder punktuelle Verklebung ist zu bevorzugen.
Das GuT-Label für Teppiche stellt Mindestanforderungen an Herstellungsverfahren und Produkte.
Eine Liste der PVC-Beläge ohne relevante Bestandteile befindet sich in der Produkteliste zum eco-devis 663.

Doppelböden

 

Stützen, Rasterstäbe

Stahl korrosionsgeschützt.

Bodenbeläge für Doppelböden

1. Priorität: Klebeparkett, Linoleum.

2. Priorität: Mehrschichtparkett, PVC-Beläge (sofern ohne umweltrelevante Bestandteile).

Eine Liste der PVC-Beläge ohne relevante Bestandteile befindet sich in der Produkteliste zum eco-devis 663.

Plattenbeläge (Plättli)

 

Bodenbeläge

1. Priorität: Keramikmosaik, Glasmosaik, zementgebundene Platten (Kunststein).

2. Priorität: Keramikplatten, Glasplatten.

Kunstharzgebundene Platten und Natursteinplatten beinhalten deutlich mehr Graue Energie.
Natursteine: europäischer Herkunft oder mit Fair Stone, Xertifix oder gleichwertigem Nachweis.
Im Objektbereich sind möglichst grossformatige Platten zu verwenden (Reinigungsfreundlichkeit).

Kleber

Dünnbett- oder Mittelbett-Verlegung mit zementgebundenen Klebematerialien, ohne oder mit Kunstharzzusätzen.

Fugenmörtel

Zementgebundener Fugenmörtel ohne oder mit Kunstharzzusätzen.

Fugenlose Bodenbeläge

 

Ausgleichsschichten

Zementgebundener Überzug (ohne Kunstharzzusatz), Beton B35/25 300-350 kg/m3.

Bodenbeläge für leichte bis mittlere Beanspruchung

1. Priorität: Zementfliessbelag, Terrazzobelag Zement, Magnesia-Fliessbelag, Magnesiabelag einschichtig, Zement-Kunstharzbelag, sofern ohne relevante Bestandteile

2. Priorität: Hartsteinholzbelag einschichtig, Hartsteinholz zweischichtig, Vermörtelungsbelag (nur leichte Beanspruchung), Hartbetonbelag sofern ohne relevante Bestandteile

Stahlteile, welche mit magnesiagebundenen Bodenbelägen (Hartsteinholz, Magnesia) in Berührung kommen, müssen vor Korrosion gut geschützt werden.

Bodenbelag für schwere Beanspruchung

1. Priorität: Terrazzobelag Zement, Magnesia-Fliessbelag, Magnesiabelag einschichtig, Hartsteinholzbelag zweischichtig, Zement-Kunstharzbelag, sofern ohne relevante Bestandteile, Hartbetonbelag, sofern ohne relevante Bestandteile

2. Priorität: Hartsteinholzbelag einschichtig

Stahlteile, welche mit magnesiagebundenen Bodenbelägen (Hartsteinholz, Magnesia) in Berührung kommen, müssen vor Korrosion gut geschützt werden.

Bewehrung

Kunstfasern, Metallnetze.

Oberfläche bestreuen

1. Priorität: mineralische Produkte (Quarzsand).

2. Priorität: synthetische Produkte (Korund).

Oberflächenbehandlung (Siegel, Farben)

1. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A bis B oder Produkte ohne Umweltetikette, sofern ein gleichwertiger Nachweis vorliegt.

2. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie C oder Produkte ohne Umweltetikette, sofern ein gleichwertiger Nachweis vorliegt.

nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte oder Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie E bis G.

Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A bis D erfüllen das Minergie-Eco Ausschlusskriterium.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Oberflächenbehandlung (Imprägnierungen)

Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte.

nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Reinigung

 

Reinigungsprodukte

Reinigungsprodukte für die Gebäudereinigung müssen die Anforderungen der IGÖB erfüllen.

Der Geltungsbereich umfasst Reinigungsprdukte, die zur Reinigung von öffentlichen Gebäuden wie Schulhäusern, Verwaltungsgebäuden und Ausbildungsstätten verwendet werden. Er umfasst keine Produkte, die in Bereichen mit erhöhten hygienischen Anforderungen (Krankenhäuser, Pflegeheime, Grossküchen, Hallenbädern etc.) eingesetzt werden.

Verwertung/Entsorgung

 

Beläge aus PVC, Polyolefinen, Synthesekautschuk, Teppich, Linoleum etc.

Rücknahme von PVC-Belägen durch Herstell- oder Lieferfirma zur Verwertung; andere Belagstypen: Verbrennung in KVA.

Asbesthaltige Bodenbeläge

Fachgerechter Ausbau und Entsorgung nach Technischem Merkblatt Nr. 66070 der SUVA. Die Sanierungsarbeiten unterliegen der Meldepflicht.

Betroffen sind schwergewichtig zwischen 1970 und 1982 produzierte CV-(Cushioned-Vinyl)-Beläge („Novilon“) und PVC-Flex-Platten.

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Fugenvergussmassen, Vorbehandlungen).

Schreinerarbeiten

Holzwerkstoffe (Holzauswahl, Formaldehyd-Emissionen)

Eco-BKP 282: Wandbeläge, Wandverkleidungen

 

Holzverkleidungen

 

Innere Bekleidungen

1. Priorität: Massivholz

2. Priorität: 3-Schicht-Massivholzplatten, OSB-Platten, Gipskartonplatten

Formaldehyd-Emissionen

Einsatz von Holzwerkstoffen mit formaldehydfreier Verleimung, mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,02 ppm oder mit allseitig aufgebrachter diffusionsdichter Beschichtung.

An exponierten Stellen mit erhöhten Temperaturwerten und im Feucht-/Nassbereich formaldehydfrei verleimte Platten oder Platten mit diffusionsdichter Beschichtung verwenden mit Eignung für den entsprechenden Anwendungsbereich. Produkt nicht durch Bohrungen oder Schlitzungen modifizieren.

nicht empfohlen: Holzwerkstoffe mit einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration >0,03 ppm, Akustikplatten mit formaldehydhaltiger Verleimung.

Holzwerkstoffe mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,03 ppm können bei 3 von 6 Raumoberflächen bzw. 50% der Raumoberflächen eingesetzt werden.

Detaillierte Anwendungsempfehlungen und geeignete Produkte sind in der Lignum-Liste aufgeführt.

Formaldehydfreie Leimsysteme sind PMDI, PU/PUR und PVAc. Formaldehydhaltige Leimsysteme sind UF, MUF, und PF.

Eine Belegung oder Beschichtung der Oberfläche vermindert die Formaldehyd-Emissionen. Geeignet sind z.B. Melaminharzfolien oder CPL/HPL-Platten.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Klebstoffe für die Belegung

Es sind formaldehydfreie Klebstoffe (z.B. Produkte auf Basis von PVAc) zu verwenden.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Hinterlagen von Wandverkleidungen

 

Formaldehyd-Emissionen

Mineralwollplatten für Hinterlagen von Wandverkleidungen dürfen keine formaldehydhaltigen Bindemittel enthalten.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Plattenarbeiten (Plättli)

 

Wandbeläge

1. Priorität: Keramikmosaik, Glasmosaik, zementgebundene Platten (Kunststein).

2. Priorität: Keramikplatten, Glasplatten.

Im Objektbereich sind möglichst grossformatige Platten zu verwenden (Reinigungsfreundlichkeit).

Dünnbettkleber, Fugenmörtel

Zementgebundene Produkte ohne oder mit Kunstharz.

Zementmörtelanwurf

Kalkzement- oder zementgebundener Mörtelanwurf.

Tapezierarbeiten

 

Wandbekleidungen

1. Priorität: Rauhfasertapete.

2. Priorität: Vliestapete, PE-Tapete auf Vlies.

Tapetenleime

Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte.

nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Vergussmassen, Vorbehandlung).

Gipserarbeiten

Trockenbau Wände (Ständerwände, Wandbekleidungen).

Schreinerarbeiten

Holz und Holzwerkstoffe (Holzauswahl, Formaldehyd-Emissionen).

Deckenverkleidungen

Oberflächenbehandlung (Transparente und deckende Beschichtungen).

Innere Oberflächenbehandlung

Beschichtungen auf mineralische Untergründe, Holz und Metall.

Eco-BKP 283: Deckenverkleidungen

 

Gipsbauplatten

 

Verkleidung

1. Priorität: Gipskartonplatten 12.5 mm.

2. Priorität: Gipskartonplatten 15 - 25 mm, Vollgipsplatten 25 mm.

Holz und Holzwerkstoffe

 

Holzauswahl

Holz bzw. Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit FSC-/PEFC-Zertifikat, Herkunftszeichen Schweizer Holz HSH oder gleichwertigem Label.

nicht empfohlen: Hölzer bzw. Holzprodukte aussereuropäischer Herkunft ohne FSC-, PEFC- oder gleichwertiges Label.

Kontrolle der Vorgaben mittels auftragsbezogener Zertifikate der Zertifizierungsstellen und Lieferscheinen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A2.040

Formaldehyd-Emissionen

Einsatz von Holzwerkstoffen mit formaldehydfreier Verleimung, mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,02 ppm oder mit allseitig aufgebrachter diffusionsdichter Beschichtung.

An exponierten Stellen mit erhöhten Temperaturwerten und im Feucht-/Nassbereich formaldehydfrei verleimte Platten oder Platten mit diffusionsdichter Beschichtung verwenden mit Eignung für den entsprechenden Anwendungsbereich. Produkt nicht durch Lochung/Schlitzung modifizieren.

nicht empfohlen: Holzwerkstoffe mit einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration >0,03 ppm, Akustikplatten mit formaldehydhaltiger Verleimung.

Holzwerkstoffe mit formaldehydhaltiger Verleimung und einer Formaldehyd-Ausgleichskonzentration ≤ 0,03 ppm können bei 3 von 6 Raumoberflächen bzw. 50% der Raumoberflächen eingesetzt werden.

Detaillierte Anwendungsempfehlungen und eine Produktliste sind in der Lignum-Liste aufgeführt.

Formaldehydfreie Leimsysteme sind PMDI, PU/PUR und PVAc. Formaldehydhaltige Leimsysteme sind UF, MUF, und PF.

Eine Belegung oder Beschichtung der Oberfläche vermindert die Formaldehyd-Emissionen. Geeignet sind z.B. Melaminharzfolien, CPL/HPL-Platten, deckende Beschichtungen od. Furniere mit transparenter Beschichtung.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Klebstoffe für die Belegung

Es sind formaldehydfreie Klebstoffe (z.B. Produkte auf Basis von PVAc) zu verwenden.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Platten, Profilbretter, Paneele

1. Priorität: Massivholz, 1-Schicht-Massivholzplatte.

2. Priorität: Spanplatte furniert, Sperrholz furniert, Spanplatte einblattbeschichtet, Mineralfaserplatten.

Lamellen, Raster

1. Priorität: Massivholz.

2. Priorität: Spanplatte furniert, 3-Schicht-Massivholzplatte.

Balken/imitierte Balken

1. Priorität: Massivholz, Spanplatte furniert.

2. Priorität: MDF.

Bekleidungen (ohne Brandschutz-Anforderungen)

1. Priorität: Massivholz.

2. Priorität: 1-Schicht-Massivholzplatte, 3-Schicht-Massivholzplatte.

Metall

 

Deckenbekleidung aus Platten, Paneele, Lamellen, Raster, Streckmetall

Keine Materialempfehlung.

Die Graue Energie von Deckenbekleidungen aus Stahl, Aluminium und Chromnickelstahl ist deutlich höher als diejenige von Gipsbauplatten, Holz, Holzwerkstoffen oder Mineralfaserplatten.

Hinterlagen von Deckenbekleidungen

 

Formaldehyd-Emissionen

Mineralwollplatten für Hinterlagen von Deckenbekleidungen dürfen keine formaldehydhaltigen Bindemittel enthalten.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.040

Lungengängige Fasern

Mineralfaserdämmstoffe dürfen mit der Raumluft nicht direkt in Verbindung stehen.

Bei gelochten oder geschlitzten Platten ist ein Rieselschutz (z.B. Faservlies) vorzusehen.

Akkustikhinterlagen

 

Dämmplatten

Vlies, Mineralwollplatten

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Montagebau in Holz

Wärmedämmungen.

Fenster, Aussentüren

Montage.

Spez. Dichtungen und Dämmungen

Abdichtungen (Fugendichtungsmassen, Fugenvergussmassen, Vorbehandlungen).

Innere Oberflächenbehandlung

Oberflächenbehandlungen auf Holz und Metall.

Eco-BKP 285: Innere Oberflächenbehandlungen

 

Allgemeines

 

Produktauswahl

Für den ganzen Schichtaufbau sind Produkte, die mit der Umwelt-Etikette Kategorie A bis D eingestuft sind, einzusetzen. Produkte ohne Umwelt-Etikette können eingesetzt werden, sofern ein gleichwertiger Nachweis vorliegt.

nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte, Produkte mit bioziden Wirkstoffen (Filmkonservierung) oder Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie E bis G.

Die Umwelt-Etikette der Schweizer Stiftung Farbe stuft Beschichtungsstoffe in die Kategorie A (beste Kategorie) bis G (schlechteste Kategorie) ein. Die Einstufungskriterien sind transparent und berücksichtigen die Unbedenklichkeit der Produkte für Mensch und Umwelt sowie die Gebrauchstauglichkeit.
Biozide zur Filmkonservierung gewährleisten nur kurzzeitigen Schutz und sind gesundheitsbelastend. Wasserbasierte Produkte enthalten in der Regel geringe Mengen an Bioziden zur Topfkonservierung.
Die Minergie-Anwendungshilfe Lösemittel erlaubt die Beurteilung von lösemittelhaltigen Systemen.

Minergie-Eco Ausschlusskriterien A1.030, A1.050

Oberflächenbehandlungen auf mineralische Untergründe und Tapeten

 

Grundierungen, Isolierfarben

1. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A oder B.

2. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie C.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Wand- und Deckenfarben

1. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A oder A-.

2. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie B.

Bodensiegel und -farben

1. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A oder B.

2. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie C.

Imprägnierungen

Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte einsetzen.

nicht empfohlen: lösemittelverdünnbare Produkte.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Oberflächenbehandlungen auf Holz und Metall

 

Füller, Grundierungen, Klarlacke, Imprägnierungen

1. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A oder B.

2. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie C.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Vorlacke, Decklacke, Lasuren, Öle

1. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie A.

2. Priorität: Produkte mit Umwelt-Etikette Kategorie B.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Wachse, Beizen

Produkte ohne Lösemittel (max. 1%) oder wasserverdünnbare Produkte sowie Produkte ohne biozide Wirkstoffe (Holzanwendung) einsetzen.

nicht empfohlen: Lösemittelverdünnbare Produkte oder Produkte mit bioziden Wirkstoffen (Filmkonservierung).

Minergie-Eco Ausschlusskriterien A1.030, A1.050

Renovation

 

Vorbehandlung

Vollständig abwaschen mit Wasser (Leimfarbe), Anlaugen mit Salmiakgeist/Laugenpulver (Vorbereitung tragfähiger Altanstriche) oder Abbeizen mit NMP/NEP-freiem Abbeizmittel.

NMP (N-Methyl-2-Pyrrolidon) und NEP (N-Ethyl-2-Pyrrolidon) sind stark gesundheitsgefährdend.

Verschimmelte Untergründe

Kleine Flächen (bis 100 cm2) mit Wasser und handelsüblichem Haushaltsreiniger entfernen, anschliessend mit 70-80% Alkohol desinfizieren. Grössere Flächen durch Fachfirma behandeln lassen (70-80% Alkohol, Wasserstoffsuperoxyd).
Neuer Anstrich mit Organosilikat-, Silikat- oder Kalkfarbe.

nicht empfohlen: Anti-Schimmel-Mittel mit bioziden Wirkstoffen, Produkte mit Bioziden zur Filmkonservierung oder Nanosilber.

Biozide wirken nur temporär und sind gesundheitsbelastend. Der Schutz vor Schimmel oder Pilzbewuchs ist mit geeigneten konstruktiven (Wärmedämmung, Lüftungsanlage etc.) oder organisatorischen Mitteln (regelmässiges Lüften) zu gewährleisten. Alkalische Farbsysteme (Silikatfarben, Organosilikatfarben, Kalkfarben) verzögern einen erneuten Schimmelbefall.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.030

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung und Entsorgung.

Montagebau in Stahl

Korrosionsschutzbehandlung von Stahlkonstruktionen.

Fenster, Aussentüren

Oberflächenbehandlung (Fenster und Türen).

Äussere Oberflächenbehandlung

Verwertung/Entsorgung (Farb- und Verdünnerresten, Farbschlamm, Gebinde).

Bodenbeläge

Beläge aus Holz, Kork und Laminat (Oberflächenbehandlungen).

Wandbeläge

Tapezierarbeiten.

Eco-BKP 287: Baureinigung

 

Allgemeines

 

Entsorgung von Abfällen

Die bei der Baureinigung entstehenden Abfälle sind fachgerecht zu entsorgen.
Restmassen von bauchemischen Produkten sind als Sonderabfall nach VeVA getrennt nach Entsorgungscodes zu entsorgen.

Bauchemische Produkte sind z.B. Reinigungsmittel, Beton- und Mörtelzusätze, Klebstoffreste, Dichstoffreste, Farbreste, ausgehärtete Farben und Farbpasten, Lösemittel, Pinselreiniger, Schmutzschlämme, Ablaugereste, Schleifstäube.

Lösemittelhaltige Produkte

Der Einsatz von lösemittelhaltigen Produkten ist auf Kleinstflächen zu beschränken (siehe Abschnitt Reinigungs- und Pflegeanweisungen).

nicht empfohlen: Einsatz von Produkten mit aromatischen Lösemitteln.

Terpentinersatz, Nitroverdünner, White Spirit, Reinigungsbenzin etc. enthalten aromatische Lösemittel.
Der Einsatz von lösemittelhaltigen Produkten führt zu erhöhten Werten bei Raumluftmessungen, was bei Minergie-Eco zum Ausschluss führen kann.

Minergie-Eco Ausschlusskriterium A1.050

Stark saure oder alkalische Produkte

Auf den Einsatz von stark sauren oder stark alkalischen Produkten (R-Sätze R34 und R35) ist zu verzichten. Neutrale Allzweckreiniger genügen für die Baureinigung vollkommen.

Ausnahmen (siehe Pflegeanleitungen): Entfernen von Zementschleier und Formentrennmittel (EPDM-Noppenbeläge) .

Ökolabels für Reinigungsprodukte

Es sind Produkte zu wählen, welche entweder auf der IGÖB-Empfehlungsliste aufgeführt sind oder das europäische Umweltzeichen (EU Ecolabel), das Nordic Ecolabel (Nordischer Schwan) oder das Österreichische Umweltzeichen tragen.

Für alle Produkte gilt: fachgerechter Einsatz, Überdosierung ausschliessen.

Massnahmen Planungsphase

 

Zielsetzungen definieren

Neben der späteren Gebäudenutzung ist auch der nahtlose Übergang von der Bau- zur Betriebsphase zu gewährleisten, d.h. entsprechend zu planen und vorzubereiten. Zusätzlich zur Baureinigung ist für die Bezugs- und Betriebsstartphase ein erhöhter Reinigungsaufwand einzuplanen.

In der Regel werden die Zielsetzungen im Rahmen des planungs- und baubegleitenden Facility Managements (pbFM) definiert.

Bauliche Anforderungen definieren

Die Planung hat zu berücksichtigen, wie und wann Bauteile eingebaut werden, um das Risiko von Beschädigungen und Baureinigungsaufwand möglichst gering zu halten (Schmutzschleusen, Fenster, Bodenbeläge, Sanitärinstallationen, Möbel-Innenausbau). Eine ökonomisch und ökologisch sinnvolle Wahl der Bodenbeläge hat auch im Hinblick auf Schutzbehandlung und Reinigung zu erfolgen.

Reinigungskonzept Betriebsphase erstellen

Die Baureinigung muss auf die künftige Unterhaltsreinigung abgestimmt sein. Die objektspezifischen Reinigungsstandards und Hygieneanforderungen sind festzulegen und die zum Einsatz vorgesehenen, auf die Materialien abgestimmten Reinigungssysteme zu definieren.

Unnötige Schutzbehandlungen und damit Grundreinigungen gleich zu Beginn der Unterhaltsreinigung sind zu verhindern (z.B. für Entfernen von Beschichtungen auf Linoleum, Metallpflege auf Lifttüren).

Massnahmen Bauphase

 

Schutz empfindlicher Oberflächen

Empfindliche Oberflächen (polierte oder geschliffene Oberflächen, Gläser, Kanten/ Ecken) sind mit Faservlies und an besonders beanspruchten Stellen zusätzlich mit Holzfaserplatten abzudecken. Mittels lückenloser Verklebung der Stösse und Abschlüsse ist zu verhindern, dass Schmutz unter das Faservlies gelangen kann.

Bei Arbeiten mit Trenn- oder Schruppscheiben sind empfindliche Oberflächen (Glas, Kunststoffe etc.) mit Karton vorgängig zu schützen.

Vermeidung von Verschmutzungen

Bei stark staubbildenden Arbeiten sind Verfahren zu wählen, welche die Absaugung der Stäube direkt an der Maschine erlauben. Die Räume sind möglichst staubdicht abzuschliessen, um eine Verschmutzung benachbarter Räume zu vermeiden. Im Raum gelagerte Baumaterialien oder Bauelemente sind vor Arbeitsbeginn entweder zu entfernen oder abzudecken. Der Schmutzeintrag ins Gebäude ist zu vermeiden (Zugangswege mit geschlossenen Belägen, Schmutzschleusen in allen Eingangsbereichen während Innenausbau- und Bauendphase).

Baugrobreinigung

Bei schmutzbildenden Arbeiten oder starkem Eintrag von Schmutz ist jeweils periodisch, spätestens aber nach Abschluss der entsprechenden Arbeiten eine Baugrobreinigung ("besenrein") durchzuführen, um die Verteilung des Schmutzes im Gebäude zu begrenzen.
Entstehende Abfälle sind täglich vor Arbeitsschluss zu entfernen (durch die Handwerker selber und durch die laufende Baugrobreinigung), Fluchtwege sind konsequent freizuhalten.

Mindestens wöchentlich soll eine Baugrobreinigung durchgeführt werden.

Temporäre Sanitäreinrichtungen

Vor Durchführung der Baufeinreinigung sind temporäre Sanitäreinrichtungen im Gebäude zu entfernen bzw. zu grundreinigen.

Während der Bauphase sind Bausanitäranlagen genügend oft hygienisch zu reinigen.

Baunachreinigung

Erfolgen nach Abnahme der Baufeinreinigung zusätzliche nachträgliche Installations- oder Bauarbeiten, so ist eine entsprechende Baunachreinigung vorzusehen.

Einhalten der Vorgaben für die Baufeinreinigung respektive der späteren Unterhaltsreinigung.

Reinigungs- und Pflegeanweisungen

 

Baufeinreinigung

Die Reinigungs- und Pflegeanleitungen der eingesetzten Reinigungsprodukte sind zu beachten. Sie beinhalten in der Regel auch Hinweise zu den für die Baufeinreinigung einzusetzenden Reinigungssystemen und den Systemen für die Grund- oder Schutzbehandlung (insbesondere für Bodenbeläge).

Jede Bodenbelagsart braucht ihre materialspezifische Reinigungs- und Pflegeanleitung (in der Regel vom Hersteller erhältlich).

Schutzbehandlungen

Für die Pflege sind Produkte ohne Schichtaufbau zu verwenden (Wischpflege, Spraypflegeprodukte).
Stark poröse, saugfähige Bodenbeläge (Steinholz, Zementestrich, Tonplatten) mit Porenfüller/Imprägnationsmittel (auf wässeriger Basis) schutzbehandeln.
Auf Polymerbeschichtungen von Böden ist möglichst zu verzichten.

Nicht alle Böden brauchen eine Schutzbehandlung.
Oft lässt sich die Pflege mit einem kombinierten Produkt (z.B. Wischpflege ohne Schichtaufbau) in die Unterhaltsreinigung integrieren.

Bodenbeläge Bahnenware

Zwei Mal staubbindend wischen, anschliessend sprayreinigen oder nassreinigen mit oder ohne Wischpflege (abgestimmt auf Unterhaltsreinigung).

Entfernung von Trennmitteln siehe EPDM-Noppenbeläge.

EPDM-Noppenbeläge

Formentrennmittel aus der Produktion (Silikon- oder Paraffinbasiert) müssen durch grundreinigen vollständig entfernt werden.

Reinigung muss ev. wiederholt durchgeführt werden.
EPDM-Beläge sind empfindlich gegen starke Alkalien und bestimmte Lösemittel.

Naturstein bruchroh

Trockensaugen oder kehrsaugen, dann scheuersaugen mit Scheuersaugmaschine und Wischpflegemittel ohne Schichtaufbau.

Natur- oder Kunststein geschliffen/poliert

Zwei Mal staubbindend wischen, dann nasswischen mit Flachmopp oder Scheuersaugen mit Scheuersaugmaschine und Wischpflegemittel ohne Schichtaufbau.

Keramische Beläge (Plättli)

Nasswischen mit Mikrofaser-Mopp, Scheuersaugen mit Scheuersaugmaschine mit Mikrofaserpad, Nassscheuern und Nasssaugen mit Einscheibenmaschine und Mikrofaserpad (jeweils ohne Pflegemittel).

Holzparkett versiegelt

Zwei Mal staubbindend wischen, dann sprayreinigen mit Einscheibenmaschine und wässriger Wachsdispersion.

Bei hoher Benutzerfrequenz Nachbehandlung mit unverdünnter Wachsdispersion.

Holzparkett geölt

Zwei Mal staubbindend wischen, dann Sprayreinigen mit Einscheibenmaschine und neutralem Reiniger, Scheuersaugen mit Scheuersaugmaschine und neutralem Reiniger.
Objektbereich: Fabrikgeölter Holzparkett nach Verlegen zusätzlich nachölen (kann auch vom Gebäudereiniger durchgeführt werden)

Beim Scheuersaugen muss die Zufuhr der Reinigungslösung stark reduziert werden, um Schäden zu vermeiden.

Textile Beläge

Bürstsaugen mit Bürstsauger, bei starker Verschmutzung trocken oder nass shampoonieren mit Einscheibenmaschine und Teppichshampoo.

Bürstsaugen ist für langflorige Teppiche nicht geeignet.

WC-Schüsseln, Pissoirs

Nassscheuern mit Mikrofaserpad, Bürste, (mit neutralem Allzweckreiniger, ohne Pflegemittel); Nachtrocknen mit Mikrofasertuch.

Säurereiniger nur falls nötig und gezielt anwenden.

Fenster, Glasflächen

Einwaschen mit Fenstereinwaschgerät und neutralem Allzweckreiniger, abziehen mit Fensterwischer.

Zementschleier

Einsatz von Produkten auf Sulfamidsäurebasis (Amidosulfon). Fugen vorwässern, nur kurz wirken lassen, um Schäden zu vermeiden. Gut spülen und mit leicht alkalischem Produkt neutralisieren; nachspülen.

Arbeitssicherheit beachten!
Achtung: auf säureempfindlichen Materialien und Metallen können Schäden entstehen.

Lack- und Farbspuren

Lack- und Farbspuren auf Glas mit Glasklingen nass entfernen.
Auf anderen Oberflächen geeignete Lösemittel einsetzen (auf absolutes Minimum beschränken).

Beim Umgang mit Lösemitteln sind Brandschutz und Arbeitssicherheit zu beachten. Lösemittelempfindliche Oberflächen sind gut abzudecken.
Achtung mit Glasklingen auf Spezialgläsern (z.B. beschichtete Gläser, therm. vorgespanntes ESG).

Silikon- und Leimspuren

Silikon- und Leimspuren möglichst noch frisch unter Verwendung eines konzentrierten Allzweckreinigers entfernen. Für eingetrocknete Silikonspuren speziellen Silikonentferner verwenden.

Lösemitteleinsatz auf absolutes Minimum beschränken. Noch plastische Leimspuren lassen sich vereisen und dann mechanisch entfernen (analog zu Kaugummientfernung).

Arbeitssicherheit

 

Persönliche Schutzausrüstung

Mit entsprechender Arbeitskleidung, -schuhen und –handschuhen, Schutzbrille und professioneller Unterweisung lassen sich Schäden an Personen und am Reinigungsobjekt vermeiden.

Geeignete Arbeitsmittel

Auch bei ökologischen Produkten auf Hautfreundlichkeit achten; z.B. keine Essigsäure verwenden, chemische Produkte nicht sprühen und nicht einatmen.

Beim Einsatz von Essigsäure entstehen unangenehme Dämpfe, es besteht die Gefahr von Korrosion und bei kupferhaltigen Materialien von Grünspanbildung.

Kontrollen

 

Externe Baustellenkontrollen

Die Umsetzung der Baureinigung ist durch externe Baustellenkontrollen zu überwachen. Abweichungen von den festgelegten Verfahren sind sofort anzumahnen.

Kontrollen haben unangemeldet zu erfolgen.

Abnahmeprotokolle, Tests

Nach Abschluss der Baufeinreinigung ist das Ergebnis mittels eines Abnahmeprotokolls festzuhalten.

Zementschleierentfernung mit Säuretest prüfen (schäumende Reaktion).

Bauschäden

Die Baufeinreinigung muss rechtzeitig vor der Abnahme der Ausbau-Gewerke erfolgen, damit allfällige Bauschäden erkannt werden können.

Garantieabnahmen

Überprüfung der Zielvereinbarung vor Ablauf der Garantiefrist (in der Regel 2 Jahre nach Fertigstellung).

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche / Rückbau / Entsorgung

Wiederverwendung, Verwertung, Entsorgung von Bauabfällen

Lüftungsanlagen

Abnahme, Hygiene im Betrieb

Eco-BKP 421: Gartenarbeiten

 

Allgemeines

 

Wiederverwendung von Materialien

Bei der Gestaltung der Umgebung sind Materialien soweit möglich vor Ort wieder zu verwenden. Neue Materialien sind nur zuzuführen, wenn dies unvermeidbar ist.
Muss Material abtransportiert werden, so ist dieses nach Möglichkeit wieder zu verwenden.

Bodenbörsen existieren in vielen Kantonen. Adressen von Verwertungs- und Entsorgungsbetrieben:

Wasserhaushalt

 

Befestigte Flächen

1. Priorität: Wiese/Rasen, Rasengittersteine, Fugen-Verbundsteine, Sickersteine, Schotterdecke/Schotterrasen, lockerer Kiesbelag;

2. Priorität: Pflästerung mit sandverfüllten Fugen.

Befestigte Aussenflächen (Sitzplätze, Gehwege, PW-Plätze) sind soweit möglich nicht zu versiegeln.
Natursteine: europäischer Herkunft oder mit Fair Stone/Xertifix-Label oder gleichwertigem Nachweis.

Versickerung

Unverschmutztes Meteorwasser ist wenn möglich vor Ort über eine belebte Bodenschicht versickern zu lassen.

Z. B. Versickerungsmulde, Versickerung über die Schulter.

Retention

Im Rahmen des Entwässerungskonzepts sind Massnahmen zu treffen, das Regenwasser vor Ort zurückzuhalten (z.B. nicht abgedichtete Retentionsmulden, Feuchtbiotope, Retention in der Sauberwasserleitung, Regenwassernutzung).

Verbauungen

 

Lärmschutz

1. Priorität: Holzelemente (gehalten von Stahlstützen), Kalksandsteinmauer 17.5 cm.

2. Priorität: Massivbetonwand 18 cm, Glaselemente (VSG-Glas 2x8 mm) oder Porenbetonelemente (gehalten von Stahlstützen).

Auch mittels Terraingestaltung kann die Lärmbelastung reduziert werden.
Die Begrünung von Lärmschutzwänden ist aus ökologischer Sicht zu begrüssen.
Steinkörbe werden nicht empfohlen, weil die Verzinkung zu einer Bodenbelastung führt.

Sichtschutz

1. Priorität: Pflanzen, Holzsichtschutzzaun Lärche unbehandelt, Holzpalisade Lärche unbehandelt.

2. Priorität: Kalksandsteinmauer 17.5 cm, Beton-Hohlpalisade 20 cm.

Die Begrünung von Sichtschutzwänden ist aus ökologischer Sicht zu begrüssen.

Stützmauern

1. Priorität: Naturstein-Trockenmauer, Winkelplatte 15 cm, Löffelstein aus Beton (Tiefe 40-50 cm).

2. Priorität: Betonschwelle 20 cm, Spaltstein 19 cm.

Steinkörbe werden nicht empfohlen, weil die Verzinkung zu einer Bodenbelastung führt.
Die Begrünung von Sichtschutzwänden ist aus ökologischer Sicht zu begrüssen.
Natursteine: europäischer Herkunft oder mit Fair Stone/Xertifix-Label oder gleichwertigem Nachweis.

Holzauswahl

Holz bzw. Holzwerkstoffe aus nachhaltiger Produktion mit FSC-/PEFC-Zertifikat, Herkunftszeichen Schweizer Holz HSH oder gleichwertigem Label.

nicht empfohlen: Hölzer bzw. Holzprodukte aussereuropäischer Herkunft ohne FSC-, PEFC- oder gleichwertiges Label.

Kontrolle der Vorgaben mittels auftragsbezogener Zertifikate und Lieferscheine der Zertifizierungsstellen.

Flora und Fauna

 

Vorabklärungen

Mit einer Aufnahme des Ist-Zustands sind Risiken und Potentiale abzuklären. Folgende Themenfelder sind dabei zu berücksichtigen: Bodenbeschaffenheit, Vegetation/Baumbestand/invasive Neophyten, Naturnähe, Altlasten, Erosion, geschützte bzw. bedrohte Tier- und Pflanzenarten, Gewässerschutz, Vernetzungspotenzial, Pflegezustand.

Bepflanzung

1. Priorität: Einheimische standortgerechte Arten (wenn möglich regionale Typen verwenden).

2. Priorität: Standortgerechte Arten.

nicht empfohlen: Invasive Neophyten (z.B. Goldrute, japanischer Stauden-Knöterich, japanisches Geissblatt, Sommerflieder, Riesen-Bärenklau etc.).

Pflanzenliste mit Bäumen und Sträuchern: Heft 4 „Umgebung“ aus der Reihe Ökologie am Bau des vrb.
Gemäss eidg. Freisetzungsverordnung (FrSV) dürfen invasive Neophyten nicht unkontrolliert verbreitet werden.
Schwarze Liste der invasiven Neophyten:

Lebensräume

Gute Bedingungen für ökologisch wertvolle Lebensräume schaffen; z.B.
humusarme Freiflächen, durchlässige Schichten, kiesige Ruderalflächen, Blumenwiesen, Hecken von 3 bis 5 m Breite, Feuchtbiotope (Tümpel, Kleingewässer, Feuchtzone), Haufen aus Natursteinen oder Totholz, Trockenmauern, Begrünung von Zäunen und Mauern, Vernetzung mit anderen Biotopen oder Naturstandorten in Grundstücksnähe.

Massnahmen für die Schaffung von Lebensräumen: Heft 4 „Umgebung“ aus der Reihe Ökologie am Bau des vrb:

Vermeidung von Tierfallen

Roste von Licht- und Lüftungsschächten sind mit einem Gitternetz (Maschenweite max. 5 mm) zum Schutz von Tieren abzudecken.
Zu vermeiden sind frei stehende Glasscheiben (Windschutz, Brüstungen etc.), grossflächige Eckverglasungen und Bepflanzungen vor grossflächigen Verglasungen, da diese besonders oft zu Kollisionen von Vögeln führen.

Merkblatt Koordinationsstelle für Amphibien- u. Reptilienschutz CH:

Gefährdung abklären und allenfalls Massnahmen gemäss Merkblatt „Vogelfreundliches Bauen mit Glas und Licht“ treffen.

Lichtemissionen

Die Beleuchtung ist so zu planen, dass Licht nur dorthin gelangt, wo es einen funktionalen Zweck erfüllt. Beleuchtungsdauer und Lichtstärke sind auf das funktional Notwendige reduzieren, Beleuchtungszeiten sind den saisonalen Gegebenheiten anpassen, in Naturschutzgebieten und ökologisch empfindlichen Landschaftsräumen ist möglichst auf künstliche Beleuchtung verzichten.
Die Vorgaben der SIA-Norm 491 sind bei der Planung und dem Bau von Beleuchtungsanlagen zu berücksichtigen.

Unnötige Lichtemissionen aus Beleuchtungsanlagen führen zur Beeinträchtigung von Ökosystemen, zum Tod von Tieren und zu Umweltbelastung (Stromverbrauch).

Zertifizierung von Anlagen

Eine Zertifizierung mit dem Label „Naturpark“ der Stiftung Natur&Wirtschaft ist anzustreben.

Mindestanforderungen (ökologische Qualität, Freiflächen etc.):

Weitere Vorgaben in anderen ECO-BKP

 

Abbrüche/Rückbau

Wiederverwendung, Verwertung, Entsorgung.

Baustelleneinrichtung

Installationsplanung (Gewässerschutz, Luftreinhaltung, Baulärm).

Baugrubenaushub

Bodenschutz, Maschineneinsatz, Erdarbeiten, Verwertung/Entsorgung.

Baumeisterarbeiten

Betonwahl, Betonzusatzmittel, Schalung.

Montagebau in Stahl

Stahlteile, Korrosionsschutz.

Montagebau in Holz

Holzschutz und Holzauswahl.

Bedachungen

Dachbegrünungen