Eco-BKP

Leitfaden

Einsatzzweck

Die Eco-BKP richten sich vor allem an professionelle Bauträgerschaften sowie Planende und dienen als Werkzeug für die ökologische Materialisierung. Sie definieren Vorgaben für die Wahl von Materialien und Verarbeitungsprozessen. Es wird empfohlen, die Merkblätter vor und während der Ausschreibung anzuwenden. Für die Integration der Vorgaben in die Ausschreibung stehen die Eco-Devis zur Verfügung.

Inhalte und Funktion

Die Merkblätter sind jeweils in 3 Spalten gegliedert. Am Ende jedes Eco-BKPs befinden sich Querverweise auf weitere Vorgaben in anderen Eco-BKP. Die Inhalte und Funktion der Elemente kann nachstehender Darstellung entnommen werden:

 

Material/Prozess

 

Vorgabe

 

Hinweise/Quellen

Abschnittstitel: fasst unterschiedliche Optionen zu übergeordneten Funktionseinheiten zusammen

In dieser Spalte wird das Material, das Bauteil oder der Prozess aufgeführt.

 

Diese Spalte enthält die empfohlenen Optionen. Dabei werden in der Regel 2 Prioritäten angeben.

1. Priorität: Im Normalfall sollen diese Vorgaben umgesetzt werden.

2. Priorität: Falls technische oder wirtschaftliche Gründe gegen die Optionen erster Priorität sprechen, kann auf diese Vorgaben zurückgegriffen werden.

Nicht empfohlen: Diese Optionen sollen nicht angewendet werden.

 

Hier werden Hinweise oder Erläu­terun­gen zu den Vorgaben abge­geben.

Quellen: Die Be­zeich­nun­gen stimmen mit denjenigen im alphabetisch sor­tier­ten Quellen­verzeichnis überein. Gesetze und Verordnungen sind mit einem „G“ vor der Kurzbezeichnung versehen.

Ebenfalls im Anschluss an die
Hinweise befinden sich:

Links zu erwähnten Themen (blau)

Link zur Eco-Produkteliste

 

Weitere Vorgaben in anderen Eco-BKP

 

 

Titel des Merkblatts

 

Überschrift des Abschnitts, in welchem weitere, für die Arbeitsgattung relevante Vorgaben enthalten sind. Falls Zeile leer: Verweis auf das gesamte Merkblatt.

 

BKP-Nummer

         

Hintergrund

Die Inhalte der Merkblätter stützen sich schwergewichtig auf die eco-devis, die Ökobilanzdaten im Baubereich und weitere Quellen (jeweils in der Spalte „Hinweise/Quelle“ erwähnt) ab. Die Vorgaben 1. Priorität entsprechen dabei den in den eco-devis mit „ökologisch interessant“, diejenigen 2. Priorität den mit „ökologisch bedingt interessant“ bezeichneten Positionen (weitere Informationen siehe eco-devis Merkblatt „Methodik“). Die mit „nicht empfohlen“ bezeichneten Optionen wurden anhand der Kriterien Graue Energie, Lösemittelemissionen, relevante Inhaltsstoffe, emittierbare Schadstoffe sowie Entsorgung beurteilt. Sie entsprechen den Ausschlusskriterien von Minergie-Eco.

Aktualisierung

Die Merkblätter werden periodisch aktualisiert. Das Ausgabejahr des Merkblatts ist jeweils unten auf jeder Seite vermerkt. Die aktuellen Ausgaben stehen immer auf der Website von eco-bau zur Verfügung.

Weitere Unterlagen

Die Merkblätter mit Quellen- und Abkürzungsverzeichnis, ein ausführliches Literaturverzeichnis, eine Auflistung der relevanten Gesetze und Verordnungen, die Eco-Devis sowie weitere Werkzeuge für das nachhaltige Bauen stehen ebenfalls auf der Website von eco-bau zur Verfügung.

 

Aspekte und Werkzeuge des ökologischen Bauens

(in Anlehnung an SIA-Empfehlung 112/1)

Zu beachtende Aspekte nach Phasen

 

eco-bau Werkzeuge/Quellen

Vorstudien

Alternativen zu Neubau (Umnutzung, Verdichtung) prüfen; Kompaktes Bauvolumen anstreben; Nutzungsflexibilität vorsehen; Nasszonenbereiche zusammenfassen; Eco-Vorgaben in die Wettbewerbsunterlagen integrieren (Beurteilungskriterien, Vorprüfung, Jurierung).

Energiestandards festlegen; Nutzung der passiven Sonnenenergie optimieren (Fensterflächen und -ausrichtung, Gebäudemasse)

Zielvereinbarung Innenraumklima abschliessen; Standorteinflüsse der Luftqualität ermitteln; Raucherzonen festlegen; Radonbelastung am Standort abklären

Optimierung des räumlichen Konzepts bezüglich Tageslichtnutzung

Minimierung der Lärmbelastung empfindlicher Räume (Anordnung der Räume und Fenster, Schutzelemente, gebäudeinterne Massnahmen)

Untersuchung bezüglich gesundheitsgefährdenden Stoffen in bestehenden Gebäuden und bei Gebäudesanierungen durchführen

Bestandesaufnahme der best. Umgebung hinsichtlich Artenvorkommen und Wert als Lebensraum; Varianten für Freiraumgestaltung wählen, welche möglichst grosse, zusammenhängende und naturnah gestaltete Grünflächen beinhalten

Relevante Naturgefahren identifizieren und Gebäudeschutzziele festlegen

 

Minergie-, Minergie-Eco und Minergie-P-Standards



SIA-Norm 380/1
SIA-Norm 380/4
SIA-Norm 382/1

SIA-Dokumentation 0216

Minergie-Eco-Tageslichttool
 

 

Eco-bau-Gebäudecheck


SNBS


 

 


www.schutz-vor-naturgefahren.ch

Projektierung

Konstruktionen bezüglich Umweltbelastung (Materialwahl und -einsatz, Nutzungsdauer) optimieren; Einsatz gut verfügbarer Primär- oder Sekundärrohstoffe (Recyclingbaustoffe, gebrauchte Bauteile); leichte Demontierbarkeit und Verwertbarkeit bzw. Wiederverwendbarkeit der Konstruktionen und Baustoffe beachten

Prüfung der zum Einsatz vorgesehenen Baustoffe auf Schadstoff-Freiheit; bei Sanierungen oder Umbauten Gebäudecheck (Asbest, PCB etc.) durchführen; Belastung durch Strahlung minimieren (Elektroinstallationen, Radon)

Optimierung der Raumgestaltung (Oberflächen, Farben) zur Tageslichtnutzung

Nachweis über Einhaltung der Lärmschutzanforderungen führen

Regen- und Grauwassernutzung prüfen; Minimierung der Warmwasser-Zapfstellen; Haustechnische Anlagen mit hoher Energieeffizienz und mit Nutzung erneuerbarer Energie einsetzen

Erhaltung bzw. Neuschaffung von natürlichen Lebensräumen bei Freianlagen

Entwickeln des Naturgefahren-Schutzkonzepts und Festlegen der Widerstandsfähigkeit der exponierten Materialien

 

Eco-BKP
Minergie-Eco
SNBS
KBOB/IPB-Empfehlung 2004/1

Bauteilkatalog
Planungsrichtlinie Elektromagne-tische Strahlung
KBOB/eco-bau/IPB-Empfehlung 2008/2


 

 

 

SNBS

www.schutz-vor-naturgefahren.ch

Ausschreibung

Ausschreibungen mit Hilfe von Instrumenten für ökologisches Bauen erstellen; Baustoffe mit Label verwenden (FSC, PEFC, HSH, Natureplus, Emicode EC1/EC1plus, Energieetikette, FSHBZ, GuT, Umwelt-Etikette etc. oder vergleichbare Labels)

 

Eco-Devis, Eco-BKP, Minergie-Eco,
KBOB/eco-bau/IPB-Empfehlung 2008/2

Realisierung

Minimierung der Lärmemissionen, der Luftbelastungen und der Bodenbelastungen der Baustelle. Kontrolle der eingesetzten Produkte und Apparate auf der Baustelle; Sicherstellung einer hohen Ausführungsqualität hinsichtlich einer langen Nutzungsdauer

Intensives Auslüften der Baustelle bei möglichst hoher Raumtemperatur über mehrere Wochen zur Minimierung der Lösemittelkonzentration in der Raumluft

Nachweis der geforderten Raumluftqualität und der Belastung durch Strahlung mittels Messungen

 

BAFU-RL Baulärm
BAFU Bodenschutz
KBOB/IPB-Empfehlung 2004/1

BAFU-RL Luft
 

Minergie-Eco QS

Nutzung

Angemessene Raumtemperaturen wählen; Lüftungsverhalten hinsichtlich guter Luftqualität und tiefem Energieverbrauch optimieren; Gebäudenutzer informieren. Wartung und Unterhalt der technischen Anlagen sicherstellen

Reinigung unter ökologischen Gesichtspunkten durchführen; Einsatz von Bioziden etc. vermeiden

 

SWKI-Richtlinie VA104-01

SIA-Norm 382/1